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Panorama

03. Dezember 2016 | 05:42 Uhr

Olympiaturm München : 1,7-Kilo-Drohne stürzt ab - direkt neben einer Familie mit zwei Kindern

vom

Eine Familie in München hatte Glück. Gegen einen 36-Jährigen wird jetzt wegen Gefährdung im Luftverkehr ermittelt.

München | Der Absturz einer Drohne aus mehr als 180 Metern ist in München gerade noch glimpflich ausgegangen. Nach Angaben der Polizei vom Dienstag war das 1,7 Kilogramm schwere Fluggerät gegen eine Scheibe des Drehrestaurants im Olympiaturm geflogen. Daraufhin stürzte die Drohne ab und prallte auf den Boden - nur wenige Meter neben einer Familie mit zwei Kindern. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls Ende Oktober hätten sich rund 400 Menschen im näheren Umfeld des Olympiaturms aufgehalten, hieß es weiter.

Der Pilot der Drohne sei wenig später gestellt worden und das Flugobjekt beschlagnahmt worden, hieß es am Dienstag weiter. Auf dem gesamten Münchner Olympiagelände gilt laut Polizei ein generelles Verbot für den Betrieb von motorisierten Flugmodellen. Deshalb wird gegen den 36-Jährigen, der das unbemannte Luftfahrzeug an dem Tag auf eine Vielzahl von Flügen über dem Olympiagelände geschickt haben soll, nun unter anderem wegen Gefährdung im Luftverkehr ermittelt. Ihm drohen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Schon häufiger kam es zu Zwischenfällen mit Drohnen - aus diesem Grund müssen alle, die sie fliegen lassen wollen, Regeln beachten. Fragen und Antworten zum Thema in der Übersicht:

Brauche ich als Hobbypilot eine Lizenz zum Drohnenfliegen?

Nein, jedenfalls dann nicht, wenn die Drohne privat genutzt wird und nicht mehr als fünf Kilogramm wiegt, erklärt die Deutsche Flugsicherung (DFS). Gewerbliche Nutzer brauchen eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde. Auch wenn eine Drohne zwischen fünf und 25 Kilogramm wiegt, ist eine Einzelerlaubnis nötig.

Wo kann ich meine Drohne fliegen lassen?

Grundsätzlich ist der Drohnenflug überall erlaubt, wo er keine Menschen gefährdet. Das heißt zum Beispiel:Das Überfliegen von Menschenmassen ist verboten. Ein Fotograf in Mecklenburg-Vorpommern wurde deshalb vergangenes Jahr zu 1500 Euro Strafe verurteilt.

Und wo nicht?

Das regelmäßige Überfliegen von Privatgrundstücken ist verboten. Solche „Sperrzonen“ sind zum Beispiel außerdem das Berliner Regierungsviertel, befahrene Straßen, Industrieanlagen, Militäreinrichtungen, Unglücksstellen und wie bereits erwähnt Menschenansammlungen.

Welche Sicherheitsregeln muss ich beachten?

Drohnen dürfen nur „auf Sicht“ geflogen werden, also im Umkreis von rund 100 Metern um den Piloten und bis zu einer Flughöhe von 100 Metern. In Deutschland ist es verboten, die Geräte auf der Basis von übertragenen Videobildern der Bordkamera (Videolink) oder per GPS fernzusteuern. Aus Sicherheitsgründen sollte man das Fluggerät auch von Gebäuden, Straßen, Menschenansammlungen und Hochspannungsleitungen fernhalten.

Meine Drohne hat eine Kamera: Was darf ich fotografieren und filmen?

Selbstverständlich gilt das allgemeine Persönlichkeitsrecht auch bei dem Gebrauch von Drohnen mit Video-Funktion. „Eine private Drohne darf auch nicht im Flug alles und jeden ohne Erlaubnis ablichten“, warnen die Verbraucherschützer. Ohne ihr Einverständnis gefilmte oder fotografierte Menschen können eine Veröffentlichung des Materials untersagen. Deswegen sollte man am besten vorher um Erlaubnis fragen. Was gar nicht geht: Nachbarn oder andere Menschen mit der Drohne beobachten oder ausspionieren, etwa indem man durch fremde Gärten oder vor Fenstern fliegt.

Brauche ich für meine Drohne eine spezielle Versicherung?

Eine Haftpflichtversicherung für den Betrieb eines Fluggerätes ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt unabhängig davon, ob die Drohne gewerblich oder als Hobby genutzt wird.

Die private Haftpflichtversicherung springt allerdings in der Regel nicht ein, wenn die Drohne beim Absturz Menschen verletzt oder Schäden verursacht. Davor warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Deckungsfragen sollte man auf jeden Fall vor dem ersten Flug mit seiner Versicherung klären. Eine Zusatzversicherung, wie sie etwa Modellflugvereine ihren Mitgliedern anbieten, bietet sich zum Beispiel an.

Welche verschiedenen Drohnen gibt es?

„Es gibt Modelle, die passen auf eine Handfläche“, sagt Daniel Bachfeld von der Bastler-Zeitschrift „Make“. Ab 30 Euro sind Hobbypiloten dabei, diese Geräte fliegen aber nur in der Wohnung. Ein Top-Fluggerät für Privatanwender mit HD-Kamera und acht Rotoren kostet schnell 3500 Euro, eine Profidrohne noch viel mehr. „Dazwischen findet man Modelle für jeden Anspruch und Preis.“

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Die Bauteile der Drohne sollten geprüft sein, damit sie keine Störung - etwa im Mobilfunk - verursachen. Bei vielen Billigimporten aus China ist das zweifelhaft. „Im Bereich ab 500 Euro kann man eher sicher sein“, sagt Bachfeld. „Dann sind auch Funktionen wie GPS oder eine automatische Landehilfe an Bord.“ Die sei gerade bei Modellen mit weniger als sechs Rotoren wichtig: „Geht bei einem Quadrocopter ein Rotor kaputt, stürzt der ab wie ein Stein.“

 
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erstellt am 15.Nov.2016 | 15:52 Uhr

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