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Deutschland & Welt

09. Dezember 2016 | 14:32 Uhr

Fußball : Online-Portal bringt Hinweise zu deutschen EM-Hooligans

vom

Nach Krawallen bei der Fußball-EM in Frankreich ist das Bundeskriminalamt mit Hilfe eines neuen Online-Portals zahlreichen deutschen Hooligans auf der Spur. «Wir haben über 70 Hinweise bekommen auf dem Portal, mit dem Mehrfachen an Bildmaterial», so BKA-Präsident Holger Münch.

«Wir haben ungefähr 15 sehr, sehr konkrete Hinweise, die wir jetzt mit der Staatsanwaltschaft erörtern, ob daraus auch (...) Ermittlungsverfahren erwachsen», sagte Münch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Seit Ausschreitungen deutscher Hooligans vor dem ersten EM-Spiel der Nationalelf im französischen Lille sucht das BKA über ein Hinweisportal Bildaufnahmen von Augenzeugen. Dort können sie - auch anonym - Fotos oder Handy-Videos hochladen.

«Es muss klar sein, dass auch Straftaten im Ausland sehr schnell hier verfolgt werden in Deutschland», sagte Münch. «Das ist ein Signal an die gewaltbereite Hooligan-Szene: Wir sind wachsam und wir ermitteln hier in Deutschland auch gleich parallel mit.»

Vor dem Spiel der DFB-Elf gegen die Ukraine (2:0) hatten rund 50 deutsche Hooligans mehrere gegnerische Fans in der Innenstadt von Lille angegriffen. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Münch sagte, das BKA habe das Hinweis-Portal vor der EM vorbereitet und sich vorab mit der Staatsanwaltschaft über das Prozedere abgestimmt. «Insofern konnten wir das recht schnell nach erstem Spiel der deutschen Mannschaft hochschalten.»

Auf die Frage, ob er bei der bevorstehenden Partie Deutschland-Nordirland Krawalle befürchte, sagte Münch: «Ich befürchte sie nicht, aber wir sind natürlich vorbereitet.» Das BKA sei in Frankreich mit szene-kundigen Beamten im Einsatz.

«Wir haben natürlich (...) alle Vorkehrungen getroffen, dass - sollte es zu Ausschreitungen kommen - wir auch schnell die Ermittlungen hier in Deutschland führen können.» Das Online-Portal helfe dabei. Es bleibe auch für alle noch kommenden Spiele der EM in Frankreich freigeschaltet. Münch betonte aber, das Instrument könne auch bei anderen Anlässen eingesetzt werden.

«Die Hool-Szene ist schon sehr, sehr gewaltbereit», sagte Münch. Von ihnen gehe ein großes Risiko aus, insbesondere bei internationalen Spielen wie nun in Frankreich. Auch das Anschlagsrisiko sei bei solchen Ereignissen erhöht. «Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.»

Hinweisportal des BKA

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erstellt am 21.Jun.2016 | 08:15 Uhr

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