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Deutschland & Welt

08. Dezember 2016 | 09:06 Uhr

E-Mail-Affäre um Hillary Clinton : NSA-Direktor: Fremder Staat nahm mit Wikileaks Einfluss auf US-Wahlkampf

vom
Aus der Onlineredaktion

Michael Rogers' Erkenntnisse haben schweres Gewicht: Hat eine ausländische Macht Trump zum Präsidenten gemacht?

Washington/Fort Meade | Laut dem Direktor des Nachrichtendienstes NSA, Michael S. Rogers, hat „ein Staat“ bewusst die Wahlkampagne von Hillary Clinton in Visier genommen, um die US-Wahlen zu beeinflussen. Das berichtet das Wirtschaftsportal „Quartz“.

Die US-Geheimdienste hatten im Oktober eine Stellungnahme abgegeben, wonach Russland Einfluss auf den Präsidentschaftswahlkampf nehmen wird. Diese Vorwürfe strapazierten die ohnehin gespannten Beziehungen beider Länder noch mehr.

Rogers, der auch Kommandeur der cybermilitärischen Behörde United States Cyber Command ist, beantwortete auf einer Bühne der Wall Street Journal-Konferenz eine Frage mit der Aussage, dass Wikileaks jenem Staat bei diesem Unterfangen geholfen habe, in dem es E-Mails der Präsidentenschaftskandidatin „leakte“. Und er machte deutlich, dass er sich bei dieser Erkenntnis sehr sicher ist: „Niemand sollte auch nur irgendeinen Zweifel daran haben, dass das ganze durch Einflussnahme geschehen ist. Das war kein Zufall und das Ziel war auch nicht willkürlich ausgewählt“, sagte Rogers und weiter: „Dies war ein bewusster Akt eines Landes, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.“

Welchen Staat er mit seinen Anschuldigungen meint, sagte er nicht und welches konkrete Ziel damit erreicht wurde, dazu sagte er auch nichts. Die US-Geheimdienste hatten allerdings Russland bereits im Präsidentschaftswahlkampf unterstellt, etwa durch Manipulation der Wahlmaschinen die Wahl sabotieren zu wollen. In Zukunft werde die NSA ausländischen Mächten das Leben diesbezüglich schwerer machen müssen, sagt Rogers nun.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte bereits mehrere Wochen vor der Wahl nach und nach eine große Sammlung an Dokumenten veröffentlicht, bei denen es sich um E-Mails von und an Clintons Wahlkampfchef John Podesta handelte. Wenige Tage vor der US-Wahl wurde die E-Mail-Affäre um die Demokratin so zum beherrschenden Thema. Hillary Clinton hatte einen privaten Server genutzt, um dienstliche Emails zu versenden. Der Chef der Bundespolizei FBI, James Comey, hatte sich mit der Einleitung einer Untersuchung über eine jahrzehntelange Praxis hinweggesetzt, kurz vor Wahlen keine Informationen über laufende Untersuchungen zu veröffentlichen, die sich auf einen Kandidaten auswirken könnten.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 11:06 Uhr

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