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Deutschland & Welt

26. Februar 2017 | 04:43 Uhr

Anschlag in Frankreich : Nizza-Attentäter verlangte per SMS nach „mehr Waffen“

vom

Ein Mann rast mit einem LKW in eine Menschenmenge in Nizza. svz.de fasst den Nachrichtenstand zusammen und nennt offene Fragen.

Mindestens 84 Menschen sind in Nizza in Südfrankreich getötet worden, als ein Mann am französischen Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge raste. Unter den Toten sind mehrere Ausländer. Viele Fragen sind offen. Ein Überblick:

WAS WIR WISSEN:

• Gegen 23 Uhr am Donnerstagabend rast ein Mann mit einem Lastwagen in eine feiernde Menschenmenge auf der Flaniermeile Promenade des Anglais. Er kommt etwa zwei Kilometer weit. Die Straße war für die Feierlichkeiten  gesperrt.

•  Am Steuer des Lastwagens sitzt ein 31 Jahre alter Tunesier, der legal in Nizza lebte. Er war als Lieferant tätig und geschiedener Vater von drei Kindern.

•  Der Attentäter wird nach ersten Erkenntnissen als gewaltbereit, depressiv oder einfach still beschrieben. Er trank, nahm Drogen und war vorbestraft.

•  Kreise, die dem Islamischen Staat (IS)  nahestehen, machen die Terrormiliz für den Anschlag verantwortlich und bezeichnen den Attentäter als „Soldaten“ des IS. 

•  Hollande spricht vom „terroristischen Charakter“ der Tat, Innenminister Bernard Cazeneuve nennt den Fahrer des Lastwagens einen Terroristen. Premierminister Manuel Valls hält ihn für einen organisierten Islamisten.

•  Ermittlungen weisen auf eine schnelle Radikalisierung hin. Er soll auch aufgehört haben, Alkohol zu trinken.

•  Der Attentäter hatte den Kühllastwagen gemietet und den Tatort an der Promenade  zuvor ausgekundschaftet.

•  Die Polizei tötet den Fahrer. Auf Bildern sind Einschusslöcher in der Windschutzscheibe zu sehen.

•   Die Polizei hat mehrere Personen aus dem näheren Umfeld des Täters in Polizeigewahrsam genommen.

•  Mindestens 84 Menschen kommen ums Leben. Mehr als 300 werden  verletzt, 18 schweben in Lebensgefahr.  Unter den Verletzten gibt es  mehr als 50 Kinder.

•  Per SMS hat der Täter  kurz vor der Tat nach „mehr Waffen“ gefragt.

WAS WIR NICHT WISSEN:

•  Bisher ist nichts Konkretes über den Hintergrund der Tat bekannt.

•  Trotz der IS-Erklärung ist unklar, ob der Täter einen islamistischen Hintergrund hat, ob er psychisch gestört war und nur vom IS vereinnahmt wird.

•  Auf der Strandpromenade befanden sich zum Zeitpunkt des Feuerwerks rund 30 000 Menschen. Offensichtlich gab es außer der Polizeisperre während der Feierlichkeiten keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

•   Unklar ist das Schicksal von zwei Schülerinnen und einer Lehrerin aus Berlin. Sie waren auf Klassenfahrt und gelten seit dem Anschlag offiziell als vermisst. Meldungen über ihren Tod wurden bislang nicht vom Auswärtigen Amt bestätigt. Teresa Dapp

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erstellt am 16.Jul.2016 | 12:27 Uhr

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