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Deutschland & Welt

06. Dezember 2016 | 09:19 Uhr

Shitstorm nach Social-Media-Kampagne : Neue Marke statt FC Bayern: Oliver Kahn schafft den Torwart ab

vom

Mit einer Werbeaktion sorgt Oliver Kahn bei vielen Fans für Empörung und Langeweile. Der Titan will aus Torhütern Torspieler machen.

Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn war nicht immer ein Medienexperte. Doch er ist einer geworden. Mit seiner großmächtig konstruierten Ankündigung eines beruflichen Neuanfangs im alten Metier war er enorm effektiv. Er hat sich allerdings auch einen kleinen Shitstorm eingefangen. Mit seiner „back to the roots“-Ankündigung hatte Kahn viele Hoffnungen auf Rückkehr geweckt. Viele sind enttäuscht und gelangweilt davon, was der Titan jetzt vorhat.

In der ersten Oktoberwoche hatte er bei Facebook und Twitter freudig eine „große neue Aufgabe“ angekündigt. „In 5 Tagen“ dürfe er das Geheimnis endlich lüften schrieb er seinen Fans und ließ sie dann munter darüber fantasieren, wo er den wohl einen neuen Vertrag unterschrieben habe.

Auf dem angehängten Foto posierte er mit einem Bayern-München-Logo im Hintergrund. Täglich setzte er den Countdown auf Facebook fort, änderte das Profilfoto dann in bayerisches Blau-Weiss. Einige unkten bereits, er würde für die CSU oder 1860 München antreten.

Das Rätselraten ging schon so weit, dass „Bild“ am Dienstag meldete, dass Kahn als Medienbotschafter zum FC Bayern zurückkehre. Andere Sportmedien sprangen auf den Zug augf. Es erwies sich als Falschmeldung, denn nun ist die Zeit rum und das Geheimnis gelüftet: Kahn wird nicht etwa Nachfolger von Matthias Sammer als Sportvorstand seines Ex-Vereins oder HSV-Sportdirektor. Der Titan ist zum Maskottchen einer Firma geworden, die er als sein „eigenes Projekt“ bezeichnet. Unter der Marke Goalplay werden Schulungen und Ausrüstung für Torhüter angeboten. Der neue Schriftzug hinter dem Antlitz im Twitter-Profil des einstigen Welttorhüters präsentiert den Slogan von Goalplay: „Mit uns spielst du zu Null“.

Im Werbevideo betreibt Kahn sogar markanten Sprachwandel im Sinne des Auftragsgebers: Aus dem Torhüter wird der Torspieler. Neue Generation, neue Position, neuer Name. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis dem ersten Fußball-Live-Kommentator dieses Neusprech zum ersten Mal über die Zunge rollt. Beim nächsten Auftritt Kahns als Fußball-Experte beim ZDF wird sicher auch darüber gesprochen werden, denn diesen Job hält er fest.

 

Das Echo bei Facebook ist zum Teil ungehalten.


Bei Twitter sieht man es etwas differenzierter.

 

Vorschläge für erste Kunden sind auch schon da.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 12:18 Uhr

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