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Netzwelt

20. Januar 2017 | 17:05 Uhr

Christiansens Netzwelt : Zocken macht schlau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Von wegen Teufelszeug: Gamer sind besser in Mathe, Naturwissenschaften und im Lesen.

Sie sind Zeitverschwendung, machen einsam, asozial und gewalttätig: Computerspiele haben seit jeher keinen guten Ruf. Ihre Fans werden nicht ernst genommen, dabei handelt es sich bei Gamern längst nicht mehr um eine Minderheit. 42 Prozent der Deutschen spielen regelmäßig Videospiele, die Branche setzte im Jahr 2015 76 Milliarden US-Dollar um, in diesem Jahr sollen es noch 6,2 Milliarden mehr werden, wenn man einer Prognose von Statista Glauben schenken darf. Etwa 500.000 Besucher werden auf der Spielemesse Gamescom in Köln erwartet, die in dieser Woche startet – 155.000 mehr als noch im letzten Jahr. Und 75 Millionen Menschen luden die Spiele-App „Pokémon Go“ auf ihr Smartphone – in den ersten 19 Tagen.

Von wegen Nische, von wegen Teufelszeug. Wie viele all dieser Menschen haben es trotzdem zu etwas gebracht? Oder etwa gerade weil? Heute heißt es (nachdem die letzte Killerspiel-Debatte im Nichts verschwunden ist, noch bevor sie richtig hochkochte), Computerspiele würden dafür sorgen, dass Jugendliche es zu besseren Schulnoten bringen. Huch? Woher kommt das denn jetzt?

Das kommt aus Australien. Der Meinung, dass Games das Denkvermögen schulen, war die Mehrheit der Deutschen laut einer Bitkom-Umfrage bereits im vergangenen Jahr. Klar ist allerdings: Wer viel vor dem Rechner lungert, hat weniger Zeit zum Lernen. Doch laut den australischen Forschern kommt es darauf an, wie man die Online-Zeit nutzt. Und so soll sich Computerspielen positiv auf die Leistungen in Mathe, Naturwissenschaften und auch im Lesen auswirken. Videospiele geben der Studie zufolge potenziell die Möglichkeit, Fähigkeiten anzuwenden und zu schärfen, die zuvor in der Schule erlernt wurden.

Kontraproduktiv soll hingegen das Chatten sein: Diejenigen, die sich vermehrt in sozialen Medien herumtrieben, schnitten vier Prozent schlechter ab als der Durchschnitt.

Hätte ich also in meiner Schulzeit mehr Zeit mit dem Zocken verbracht als mit meinen Freunden via ICQ-Messenger zu chatten, wären meine Noten besser gewesen? Vielleicht. Aber ich fürchte, in Mathe hätte mir auch das nichts gebracht.

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erstellt am 15.Aug.2016 | 11:42 Uhr

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