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Netzwelt

07. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Nagars Netzwelt : Wiki und die starken Männer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fast zwei Millionen deutsche Artikel gibt es bei Wikipedia. Viele lesen sie, doch zu wenige schreiben mit.

Irgendwo passt da doch was nicht zusammen: In der freien Wildbahn wimmelt nur so von Klugscheißern. Doch bei Wikipedia jammert man schon seit Jahren, dass kaum noch jemand sein Wissen mit der Welt teilen möchte. Frauen wird nachgesagt, dass sie pausenlos schwatzen würden – doch die viel genutzte Online-Enzyklopädie hat laut Schätzungen nur einen Anteil von neun Prozent weiblichen Schreibern. Was hindert also Leute daran, ihren unerschöpflichen Faktenfundus ins Netz zu bringen? Eine Hürde war, so orakelten die Wissenssammler, die Technik. Um Änderungen einzufügen, brauchte man ausreichend Geduld für Fummelei, vor allem bei den eifrig genutzten Fußnoten. Eine visuelle Oberfläche macht die Bearbeitung mittlerweile kaum schwieriger als ein ansprechend formatiertes Word-Dokument.

Allein – es hilft nicht wirklich. Denn da ist noch etwas anderes, was den Schwung bremst. Die Wächter. Frei nach Sartre: Die Hürden sind die anderen. Wer sich bei der Wiki herumtreibt, riskiert, verbale Tiefschläge einstecken zu müssen. Natürlich ist es wichtig, die Enzyklopädie vor Beliebigkeit, Geschwafel oder sogar Werbung zu bewahren. Doch auch wer mit hehren Absichten Artikel ändert, wird zuweilen unwirsch empfangen. Als ein Bekannter versuchte, das Schleswig-Holstein-Wissen zu mehren, kam auch schnell der Anranzer: Das hier sei nicht die Sonntagszeitung. Was hatte er falsch gemacht? Er hatte zu viel geschrieben und zu „blumig“. Ähnliches erlebten einem Wiki-Watch-Blog zufolge auch Studenten, deren Professor zum Mitmachen aufgefordert hatte.

Dabei lohnt sich das Mitmachen doch: Wikipedia ist Macht. Die Online-Enzyklopädie ist Quelle für viele Informationen – seien es die Antworten von iPhone-Siri, der Info-Kasten rechts neben den Google-Suchergebnissen oder auch schon mal die Hintergrundinformationen in dem einen oder anderen Medien-Beitrag.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 18:26 Uhr

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