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Netzwelt

08. Dezember 2016 | 17:13 Uhr

Maas’ Netzwelt : Whatsapp – eine Gefahr für Kinder?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Gericht verdonnert einen Vater, auf die Handy-Nutzung seiner Töchter aufzupassen. Wir müssen reden.

Menschen neigen dazu, die Kontrolle behalten zu wollen. Wir wollen wissen und bestimmen, was passiert. Wir wollen Sicherheit – auch wenn die für jeden vollkommen anders aussehen kann. Wer Kinder hat, weitet dieses Wollen selbstverständlich auch auf sie aus. Aber wann, wo und wie sind Kinder sicher?

Ein Vater aus Bad Hersfeld empfand Whatsapp als sicher. Seine Töchter – zehn und 15 Jahre alt – hatten die App auf ihrem Smartphone. Na klar – um mit ihren Freunden zu chatten. Offenbar nutzte ein alter Schulfreund des Vaters den Messenger, um die beiden Mädchen sexuell zu belästigen. Das Verfahren läuft noch, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das Amtsgericht Bad Hersfeld hat aber schon eine Entscheidung getroffen: Der Vater muss Whatsapp von den Smartphones seiner Töchter löschen, ein Mal im Monat mit ihnen über ihre Handy-Nutzung sprechen und alle drei Monate prüfen, welche Apps installiert sind. Der Beschluss, über den Heise.de berichtete, ist noch nicht rechtskräftig.

Das Etikett „Helikopter-Eltern“ klebt auf solchen, die ihre Kinder keinen Schritt alleine gehen lassen, sie mit dem Auto zur Schule und dann zum Fußball, zum Ballett und zu Freunden chauffieren und vor allem Übel dieser Welt beschützen wollen. Das ist ein guter Vorsatz. Nur: Vielleicht lauert die Gefahr gar nicht vor der Schule. Vielleicht auch nicht bei Whatsapp. Das Leben ist nicht sicher – aufklären ist wichtiger als beschützen.

Und genau das finde ich traurig an diesem Fall: Ein Gericht muss Eltern vorschreiben, mit ihren Kindern darüber zu reden, wie sie eigentlich mit Technologie umgehen sollten und was im Netz passieren kann.

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erstellt am 15.Aug.2016 | 18:20 Uhr

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