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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 10:46 Uhr

Fligges Netzwelt : Wer ist wichtiger: Rentner oder Kind?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Zukunft entscheiden Autos selbst, wie sie bei Unfällen reagieren. Das wirft schwierige moralische Fragen auf.

Ich würde Ihnen dieses Szenario gerne ersparen, aber denken Sie sich trotzdem einmal hinein: Sie fahren mit Ihrem Wagen auf eine Kreuzung zu und die Bremsen versagen. Jetzt können Sie sich nur noch für ein Ausweichmanöver auf eine von zwei Spuren entscheiden. Gerade vor Ihnen gehen drei alte Damen mit Krückstock über die Ampel. Auf der anderen Spur sind es eine Mutter mit ihren zwei Töchtern, die dort eigentlich nicht sein dürften, weil ihre Fußgängerampel Rot zeigt.

Wie entscheiden Sie sich? Jung oder alt? Spielt es eine Rolle, dass die Mutter mit ihren Töchtern bei Rot über die Ampel geht? Für all diese Fragen dürfte in solchen Momenten keine Zeit sein. Der Reflex handelt. Anders liegt der Fall bei ausgeklügelter Technik für autonomes Fahren. Die Fachwelt geht davon aus, dass Algorithmen tatsächlich auf Basis dieser Kategorien blitzschnell entscheiden könnten.

Wie komplex wäre, zeigt die Internetseite „moralmachine.mit.edu“. Dort kann jeder selbst auf Basis von 13 Szenarien entscheiden. Die Auswertung zeigt anschließend, ob Geschlechter, Alter oder zum Beispiel der gesellschaftliche Status eine Rolle spielen. Es sind äußerst unangenehme Fragen – gerade wenn das Auto mit dem Tod des Fahrers viele Menschenleben retten kann. Sollen wir künstliche Intelligenz auf Basis von Moral handeln lassen? Würden Sie sich opfern?

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erstellt am 01.Sep.2016 | 18:31 Uhr

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