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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 01:13 Uhr

Alberts Netzwelt : Weihnachts-Videos: Hüpfende Füchse begeistern User

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die ersten Weihnachts-Videos sind online. Und alle klicken drauf.

Sie lassen bei ihren Zuschauern die Tränen kullern: Mal vor Lachen, mal vor Rührung. Jetzt – wenige Wochen vor dem großen Fest – kursieren im Netz wieder die emotionalen Weihnachtsvideos. Wer auf Twitter, Facebook oder Instagram unterwegs ist, kommt kaum an ihnen vorbei. Die Konzerne buhlen mit emotionalen Werbevideos um virale Hits.

Die britische Warenhauskette John Lewis und der Supermarkt Edeka haben vor wenigen Tagen – als eine der ersten – ihre Clips online gestellt. Edeka hatte bereits im vergangenen Jahr einen riesigen Viral-Hit gefeiert: Millionenfach teilte sich der Film zur Weihnachtszeit im Netz. Damals sorgte der einsame Opa im Spot von Edeka für jede Menge Wirbel im Internet und in den sozialen Netzwerken. Jetzt packt der Supermarkt-Riese das nächste Weihnachtsvideo-Special aus. #zeitschenken lautet der Titel der neuesten Weihnachtswerbung. Dieses Mal im Fokus: Kinder. In dem Werbe-Filmchen geht es um die vorweihnachtliche Hektik: Vor lauter Shopping, Schmücken und Weihnachtsmarktbesuch bleibt vor allem die Zeit für den Nachwuchs auf der Strecke. Traurige, von ihren Eltern unbeachtete Kinder schauen diesen dabei zu, wie sie eilig Einkaufen, Kuchen backen und den Tannenbaum aussuchen. Eine rauchige Frauenstimme singt „Muss noch dies, muss noch das, muss noch jenes und irgendwas…“. Spätestens hier haben die meisten einen Kloß im Hals.

Lustiger geht es beim herzlichen Kurzfilm des britischen Shoppingportals – mit dem Titel #BusterTheBoxer – zu. Hier springen zwei animierte Füchse, ein Dachs, ein Igel sowie ein Eichhörnchen auf einem riesigen Trampolin. Permanent möchte ich auf „Stopp“ drücken, mir die putzigen Gesellen noch einmal anschauen, wie sie sich mit ihren pelzigen Körpern auf der Gummimatte durch die Luft wirbeln lassen. Mit vor Freude weit aufgerissenen Augen federn sie gleichzeitig empor - man hört sie förmlich kichern vor lauter Freude über das Kribbeln im Bauch. Mehr als 17 Millionen Menschen haben den Clip bei YouTube innerhalb einer Woche bereits angeklickt. Wahrscheinlich können sie Weihnachten kaum erwarten.

Ein „Wie süüüüß!“ entfährt es dann sogar den sonst eher Hartgesottenen und normalerweise gegen emotionale Tiervideos immunen Menschen. Was lieben wir so sehr an diesen Clips, die ja offen ersichtlich nur Werbung sind und dazu beitragen sollen, die Kassen der Großkonzerne zu füllen?

Ich denke, wir mögen einfach Geschichten fürs Herz, und die liefern diese Spots. Sie berühren die Menschen und appellieren an sie, gerade zur Weihnachtszeit, an all jene zu denken, die sie das ganze Jahr über eher vernachlässigt haben. Außerdem lässt das Fest der Liebe und der Familien vielleicht einige durchlässiger, ja empfänglicher werden für Emotionen. Das könnte eigentlich auch das ganze Jahr über so sein. Nicht nur in der Vorweihnachtszeit.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 17:43 Uhr

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