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Netzwelt

10. Dezember 2016 | 21:29 Uhr

Aus für Streaming-Dienst : Watchever: Vivendi nimmt Videoangebot vom Markt

vom

Der französische Streaming-Dienst hatte hohe Verluste zu beklagen. Nach Deutschland könnte ein neues Angebot kommen.

Paris | Der französische Medienkonzern Vivendi schließt seinen deutschen Online-Videoanbieter Watchever zum Ende des Jahres. Ein entsprechender Bericht der französischen Wirtschaftszeitung „Les Échos“ wurde der Deutschen Presse-Agentur am Freitag aus informierten Kreisen bestätigt. Betroffen seien etwas weniger als 20 Mitarbeiter in Berlin, die Sozialpartner seien bereits informiert. Der Mutterkonzern wollte die Angaben nicht kommentieren.

Der Markt für Streaming-Angebote ist hart umkämpft. Vivendi hatte seinen Dienst 2013 gestartet. Konkurrenz für Watchever sind Streaming-Anbieter wie Amazon, Netflix oder Maxdome.

Watchever konnte in Deutschland laut Branchenexperten nur geringe Marktanteile gewinnen. Zu den starken Rivalen gehört auch der Online-Händler Amazon, bei dem ein Videostreaming-Angebot in den Abo-Dienst Prime integriert ist. Netflix und der Amazon-Service, die beide 2014 nach Deutschland kamen, setzen inzwischen massiv auf exklusive Inhalte aus eigener Produktion, um sich voneinander abzugrenzen.

Watchever machte diesen Schritt nicht. Schon vor einiger Zeit war in Medienberichten zu lesen, Vivendi sehe sich angesichts hoher Verluste nach einem möglichen Käufer um. Das Minus von 66 Millionen Euro allein im Jahr 2013 habe Vivendi-Aufsichtsratschef Vincent Bolloré „erschreckt“, schrieb „Les Échos“. Die Technologie von Watchever soll nach der Abschaltung für andere Angebote genutzt werden.

Vivendi hatte im April eine Allianz mit dem italienischen Mediaset-Konzern von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi angekündigt, um eine gemeinsame Plattform zum weltweiten Vertrieb von TV-Inhalten zu schaffen. In französischen Medien war von einem „europäischen Netflix“ die Rede. Die rund 100 Software-Entwickler hinter Watchever in Paris und Marseille sollen deshalb bleiben, berichtete „Les Échos“. Der Fokus liege jetzt aber eher auf Südeuropa. Zugleich könne ein neuer Videodienst von Vivendi in der Zukunft auch nach Deutschland kommen - wenn auch nicht unbedingt wieder unter der Watchever-Marke, schrieb die Zeitung.

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erstellt am 22.Jul.2016 | 15:45 Uhr

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