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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 08:50 Uhr

Cyberkriminalität : Waffenhandel im Darknet: BKA ermittelt gegen 85 Verdächtige

vom

Durch Computer- und Internetkriminalität ist 2015 ein registrierter Schaden von mehr als 40,5 Millionen Euro entstanden. Mehr als 45.000 Fälle von Cybercrime seien in Deutschland gezählt worden, teilt das BKA mit.

Wiesbaden | Das Bundeskriminalamt führt derzeit mehr als 80 Verfahren wegen möglichen Waffen- und Sprengstoffhandels im Darknet. BKA-Präsident Holger Münch nannte am Mittwoch in Wiesbaden die Zahl von 85 Verdächtigen, gegen die ermittelt werde. Das Darknet ist der Bereich des Internets, der nicht mit herkömmlichen Suchmaschinen erreichbar ist. Der Amokläufer von München besorgte Ermittlern zufolge über diesen Weg seine Waffe, mit der er am vergangenen Freitag neun Menschen und anschließend sich selbst erschoss.

Das BKA sei seit Ende 2013 im Darknet unterwegs, sagte Münch. Der anonyme Bereich sei zwar wichtig, um verfolgten Menschen die Möglichkeit zur Meinungsäußerung zu geben. Doch es werde auch von „sehr, sehr vielen Kriminellen“ genutzt. Deshalb sei es wichtig, dass die Strafverfolgungsbehörden mit der Entwicklung Schritt halten könnten, technisch und personell.

Der BKA-Chef erneuerte die Forderung, auch für den Bereich des Strafrechts die Möglichkeit von Online-Durchsuchungen zu ermöglichen, um etwa Passwörter von Beschuldigten festzustellen. Auch Kommunikationsüberwachung bei digitalen Delikten sei nötig.

Durch Computer- und Internetkriminalität ist im vergangenen Jahr ein registrierter Schaden von mehr als 40,5 Millionen Euro entstanden. Mehr als 45 000 Fälle von Cybercrime seien 2015 in Deutschland gezählt worden, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwoch in Wiesbaden mit. Die Schadenssumme sei im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen, der größte Teil entfalle auf Computerbetrug.

Gleichzeitig gebe es ein sehr großes Dunkelfeld, so dass die Zahlen nicht den tatsächlichen Schaden erfassten, hieß es. BKA-Chef Holger Münch erklärte, es sei wichtig, dass jede Straftat angezeigt werde, damit Cybercrime effektiv bekämpft werden könne. Eine Zunahme registrierte die Behörde bei der Organisierten Kriminalität im Netz: 2013 sei gegen sechs Gruppierungen ermittelt worden, 2015 gegen 22.

Am Vormittag wollte sich Münch aus aktuellem Anlass auch zum Darknet äußern. Dort soll sich der Amokläufer von München seine Waffe besorgt haben. Das Darknet ist der Bereich des Internets, der nicht über herkömmliche Suchmaschinen zugänglich ist.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 14:53 Uhr

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