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Netzwelt

06. Dezember 2016 | 13:03 Uhr

Fietzes Netzwelt : Von Jogi für die Ferien lernen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sport und Medien meint nicht Kameras am Spielfeldrand. Digitales kann den Unterricht beflügeln.

Aktive TV-Sportler aufgepasst: Das Runde muss zwar ins Eckige (ob das nun mit 16:9, 4K oder 55 Zoll aufwartet) aber hinterher klage mir keiner, die Jugend von heute könne nicht mehr auf einem Bein hüpfen, Bratäpfel garen, Kühe melken oder sonstwelche Kulturtechniken ausüben.

Ja, das digitale Lagerfeuer leuchtet hell in diesen Tagen – was haben wir uns nach dem Aus von „Wetten, dass“ danach gesehnt. Ob zur EM oder den kommenden Olympischen Spielen in Rio – die Glotze ist wieder gut fürs gemeinschaftliche familiäre Jubeln (oder Zähneklappern).

Aber so kurz vor den Sommerferien kann das doch nicht alles sein: Sport und Medien meint doch nicht Kameras am Spielfeldrand und BodyCams im Formel-1-Boliden. Im Gegenteil: Digitale Medien, klein, günstig, unkaputtbar sind ideal, um den Sportunterricht zu beflügeln.

Mal ehrlich: Nicht alle zwischen sechs und 16 lieben die regelmäßige Bewegung. Sportvereine, Jugendgruppen, Schulen und Ernährungsberater können ein Lied davon singen: Bestimmte Gruppen erreicht der Sport nicht mehr.

Was liegt da näher, als ein wenig Sahne auf die Erdbeeren zu geben, als Sport und neue Medien (sinnvoll) miteinander zu verbinden? Zeitlupenaufnahmen, Torschussanalyse, Geschwindigkeitsmessung per Lichtschranke und App, Bewegungsabläufe erläuternde Apps, all dies kann echten Sport mit dem manchmal sinnvollen „Touch“-Effekt ausstatten.

Sportunterricht kann um Selbstlernstationen und Parcour-Spiele ergänzt werden, spielerischer Wettkampf kann mit dem Smartphone mehr als „Candy Crush“ und „Subway surfer“. Und in den Ferien gibt es in manchem Jugendzentrum sogar dies: Ein „Fifa 16“-Turnier an der Spielkonsole, das zum anschließenden echten Fußball-Training (ver-)führt. Und ein Projekt nahe Schleswig, das „Jump and run“ nicht mit Supermario, sondern in „echt und draußen“ anbietet. Nicht mit denen, die ohnehin im Leistungssport zu Hause sind, sondern als Anreiz zur Bewegung jenseits von Schach und E-Sport – als Belohnung gibt’s beim nächsten Mal auch das Finale!

> Der Autor Henning Fietze ist Medienpädagoge beim Offenen Kanal Schleswig-Holstein in Kiel.

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