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Christiansens Netzwelt : US-Grenzkontrollen: Reist es sich besser mit leichtem Gepäck?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Smartphone fährt meist mit in den Urlaub. USA-Reisende müssen sich vorbereiten und brauchen gute Nerven.

Eine Reise will geplant sein: Das zu erwartende Wetter bestimmt, ob ich kurze Hosen einpacke, die Art der Reise, ob ich Wanderstiefel brauche, und das Zielland gibt Aufschluss, ob ich mich impfen lassen muss – und inzwischen sogar, welche Einstellungen ich am Smartphone vornehmen sollte. Zumindest, wenn der gewählte Urlaubsort in den USA liegt.

Denn mit der Angst vor Terror, Einwanderern und gefühlt allem, das irgendwie fremd ist, setzt US-Präsident Donald Trump auf lückenlose Durchleuchtung – auch digital. Was unter seinem Vorgänger Barack Obama schleichend begann – die Angabe von Social-Media-Konten wurde 2016 als freiwillig auszufüllendes Feld ins Einreiseformular „Esta“ eingeführt – nimmt unter Trump an Schärfe zu. Konkrete Änderungen kündigte er bislang nicht an, es werde aber sehr wohl diskutiert, Social-Media-Informationen, Telefonkontakte und die Browser-Historie bei der Einreise standardmäßig abzufragen und zu überprüfen, bestätigte einer seiner Berater gegenüber dem Nachrichtensender CNN. Auch jetzt gilt bereits: Fällt man bei der Einreise durchs Raster, werden Smartphone oder Laptop konfisziert und gefilzt.

Die verschärften Einreisebestimmungen und Kontrollpraxen veranlassten die Internet-Aktivisten der Electronic Frontier Foundation (EFF) jetzt dazu, in einem Handbuch Tipps für das Überqueren von US-Grenzen zu veröffentlichen. Dazu gehört: Daten verschlüsseln und sichere Passwörter nutzen – ja, Beamte anschwindeln – nein. Das kann nach hinten losgehen. Auch wenn es die Beamten vielleicht nichts angeht: Entsperrt man ein Gerät auf Anfrage nicht, wird’s ungemütlich – und man bleibt vielleicht nach stundenlanger Befragung ganz draußen. Tut man wie geheißen, können sensible Daten ausgelesen werden. Ein Dilemma.

Deshalb raten die Aktivisten weiter: Möglichst wenige Geräte mitnehmen, und wenn, dann vorher wichtige Daten auslagern. Was bleibt, ist ein irgendwie unbefriedigendes Entweder-Oder-Gefühl. Oder ist aus Sicherheitsgründen bald das Reisen ohne technisches Gepäck wieder en vougue?

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erstellt am 15.Mär.2017 | 09:59 Uhr

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