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Fligges Netzwelt : „Tinder Select“: Du darfst hier nicht flirten

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Dating-App „Tinder“ betreibt eine Extraversion nur für besonders attraktive und begehrte Mitglieder.

Es ist die gruseligste Dating-App, die man für seine privaten Daten bekommen kann: „Tinder“. Ausgerechnet am Frauentag sorgte die Nachricht für Aufsehen, dass die Flirt-Plattform einen Bereich für besonders „erfolgreiche“ Nutzer betreiben soll. Ein exklusiver Club für die Schönen und Reichen, in den man nur mit Einladung kommt. Während Frauen (und Männer) für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung aufmarschieren, sorgt ein Netzwerk für Schlagzeilen, dessen Konzept sich an Oberflächlichkeiten orientiert und Klischees und Rollenbilder festigt, statt sie aufzubrechen.

„Tinder Select“ heißt der Spaß, an dem Sie wohl nie teilhaben werden. Es sei denn, Sie sind Supermodel, Schauspielerin oder Geschäftsführer eines aufstrebenden Start-ups. Ein wichtiges Aufnahmekriterium ist auch, dass man besonders gut „tindert“. Medienberichten zufolge gibt es ausgewählte Nutzer, die neue Mitglieder nominieren können. Türsteher sozusagen – nur mit viel mehr Glamour. Der Rest guckt in die Röhre.

Wie muss ein Man eigentlich ticken, um „Tinder-Power-User“ zu sein? Täglich zwei Dates mit attraktiven und im besten Fall noch reichen Menschen? Vermutlich darf man sich nicht mit den Falschen einlassen. Sonst gibt es noch Minuspunkte. Tatsächlich erstellt „Tinder“ im Hintergrund aus verschiedenen Parametern eine Rangliste der begehrtesten Nutzer. „Elo-Wert“ nennen das Angestellte des Unternehmens in Anlehnung an das Schach-Spiel, bei dem die Spielstärke so bezeichnet wird. Und genau dieser Gedanke scheint zentral für das Unternehmen zu sein: Man macht aus dem Wunsch, begehrt und geliebt zu werden, ein Spiel – und ein florierendes Geschäft.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 09:45 Uhr

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