zur Navigation springen

Netzwelt

08. Dezember 2016 | 09:05 Uhr

iPhone 7 ohne Kopfhörerbuchse : Tim Cook: Schäme dich für diesen Adapter!

vom

Bei der Einführung des iPhone 7 macht Apple etwas merkwürdig Inkonsequentes: Unzufriedene Fans werden befriedet. Ein Rant.

Apple hat eine großartige Historie darin, überflüssige und technisch veraltete Dinge abzuschaffen, auch wenn die Kunden noch so sehr motzen.

Wer trauert heute noch einer Flopy Disk hinterher (wissen die Jüngeren unter den Lesern dieses Textes noch, was das überhaupt ist)? 1998 erklärte Apple die Floppy für überflüssig. Der Aufschrei wurde ignoriert. Gut so!

Der G3, einer der ersten Apple-Rechner ohne Floppy.

Der G3, einer der ersten Apple-Rechner ohne Floppy.

Foto: Dietmar Naujok, CC By 3.0

2012 dann das gleiche Spiel: Apple stellt den neuen iMac vor. Ohne DVD-Brenner! Wie soll das denn gehen? Heute wissen wir: Braucht kein Mensch.

Als Steve Jobs das erste iPhone 2007 vorstellte, hatte es etwas nicht, das wir alle vom damals gängigsten Smartphone, dem Blackberry, gewohnt waren: die Hardware-Tastatur. Das Bedienkonzept mit Touchscreen war von Anfang an so überzeugend, dass kaum jemand den Plastiktästchen hintertrauerte.

USB Typ-C ist Apples Lightning-Stecker technisch überlegen.

USB Typ-C ist Apples Lightning-Stecker technisch überlegen.

Foto: Barbara Maas
 

Nun geht es also dem Klinkenstecker als Kopfhörerbuchse an den Kragen. Zu recht! Dieses anachronistische Ding, erfunden im 19. Jahrhundert, habe ich schon seit vielen Jahren nicht mehr verwendet. Schließlich gibt es Bluetooth. Apple bietet als Alternative noch den drahtgebundenen Anschluss von Audio-Geräten per Lightning-Stecker an. Das ist soweit okay, wenn auch etwas verwunderlich, dass Apple am hauseigenen Stecker festhält, obwohl es mit USB Typ-C inzwischen eine deutlich bessere Alternative gibt. Apple weiß das und verbaut Typ-C etwa schon am 12-Zoll-Macbook.

Wirklich lausig inkonsequent ist Apple aber bei einem kleinen Plastikteil, das künftig jedem iPhone 7 beiliegen wird: einem Adapter! Von Lightning auf Klinke. Damit technisch veraltete Kopfhörer nicht weggeschnmissen werden müssen. Damit die aufgebrachten Apple-Kunden, die in den letzten Monaten mit ihrem maschinenstürmerischen Argument „Aber der Klinkenstecker hat doch immer gut funktioniert und wir wollen ihn behalten!“ nicht sauer werden und den Geldbeutel geschlossen halten. Komisch: Wer mehr als 700 Euro für ein iPhone ausgibt, kann sich doch ein neues Paar Bluetooth-Kopfhörer leisten.

Apple neue, drahtlose Airpod-Kopfhörer. Diese beizulegen, statt eines Adapters, wäre konsequent gewesen.

Apple neue, drahtlose Airpod-Kopfhörer. Diese beizulegen, statt eines Adapters, wäre konsequent gewesen.

Foto: EPA/Monica Davey

Tim Cook, schäme dich für diesen Adapter! 1997 kam Steve Jobs zu Apple zurück 1998 kam der Power Macintosh G3 auf den Markt - ohne Floppy! Und Steve Jobs wäre nicht im Traum darauf gekommen, einen Adapter beizulegen.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Sep.2016 | 11:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen