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Netzwelt

05. Dezember 2016 | 19:47 Uhr

Fligges Netzwelt : Technik-Krampf statt Traumurlaub

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Probleme mit Software und Hardware kosten jährlich 20 Arbeitstage.

Am Ende ist mir die Hutschnur geplatzt. Das Fass lief über. Mein Rechner hatte mich auf die Palme und zur Weißglut gebracht. Die regelmäßigen Abstürze und „Bluescreens“ meines heimischen PCs schrien förmlich: „Formatier mich!“, „Setz das System neu auf und alles wird gut!“ Das wollte ich ja. Windows 7 neu installieren. Zack, fertig. Nur war die CD umzugsbedingt verloren gegangen. Und da es sich um ein vorinstalliertes System handelt, war ohne CD auch nichts zu machen. Es mag durchklingen: Ich war verzweifelt. Meine Wiederbelebungsversuche zwischen Baby zum Schlafen bringen, arbeiten und Zeit mit der Familie verbringen zogen sich über mehrere Monate. Da fühlt man sich der Technik hilflos ausgeliefert.

Und mit dieser Sorge stehe ich nicht alleine da. Durch Technikprobleme im Büro gehen für jeden Deutschen jährlich 20 Arbeitstage verloren. Das hat eine Studie im Auftrag des Elektronikkonzerns Sharp Business Systems unter weltweit 6045 Angestellten ergeben. Jeden Tag sollen Arbeitnehmer 22 Minuten nach Dokumenten und Bildern suchen, acht Minuten auf das Hochfahren von Druckern und weitere neun Minuten auf das Ausdrucken von Dokumenten warten. Also täglich 38 Minuten für die Katz. Veraltete Technologie, nicht geschulte Mitarbeiter – Gründe für die Misere gibt es viele. Oft helfen nur kreative Lösungsstrategien. Einige Menschen gehen einen Kaffee trinken, während der Rechner hochfährt. Im schlimmsten Fall reicht die Zeit auch noch dafür, einen Kuchen zu backen.

Wer sich regelmäßig diesen Problemen gegenüber sieht, ist schnell frustriert. Wirklich schlimm wird es aber, wenn man die Minuten addiert. 20 Tage? Das reicht ja bald an den Jahresurlaub heran. Also den Toner für den Drucker wechseln oder auf Bali in der Sonne liegen? Da kann man nur hoffen, dass Arbeitgeber, die sich angesprochen fühlen, schnell handeln.

So wie ich. Manchmal braucht es Extremsituationen, um auf den rechten Weg geführt zu werden. Seit einer Woche bin auch ich stolzer Linux-Ubuntu-Nutzer. Und der Rechner? Läuft und läuft und läuft.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 09:00 Uhr

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