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Netzwelt

08. Dezember 2016 | 07:03 Uhr

Schaars Netzwelt : Suchen, wie in der Steinzeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was Google nicht findet, gibt es auch nicht. Dass diese Nerd-Weisheit nicht stimmt, erfuhr Kolumnist Jörn Schaar.

In Kiel treffen sich an diesem Wochenende wieder zig Nerds aus Schleswig-Holstein und dem restlichen Bundesgebiet. Das Barcamp Kiel – oder socialmediakompatibel “das #bcki14” – lockt jetzt schon zum fünften Mal an die Silicon Förde – eigentlich ein Pflichttermin für jeden Nerd zwischen Niebüll und Lauenburg. Warum? Nun, in erster Linie sieht man sich in diesem „draußen“ ja nur, wenn man auch wirklich hingeht und zum anderen sind da erfahrungsgemäß einige sehr tolle Leute auf einem Haufen, mit denen man neben einer Menge Spaß auch sehr nerdige Gespräche haben kann. Ich selber schaffe es in diesem Jahr nicht ins Kieler Wissenschaftszentrum, denn ich habe eine Hochzeit vorzubereiten. Sie ahnen es: Meine. Vor so einer Hochzeit ist traditionell eine Menge zu tun: Drei Einträge auf zwei verschiedenen Blogs muss ich noch schreiben, zwei Podcast-Episoden aufnehmen und – ganz wichtig – das Kürzel #bcki14 in meinen Social Media-Apps stumm schalten. Der Rest ist vermeintlich Kleinkram. Wie die Sache mit dem Brautstrauß vorgestern. Wir haben unsere Nachbarin gefragt, ob sie nicht einen guten Floristen empfehlen könnte. „Ja, Blumen Schwarz“, sagte sie, die stünden im Telefonbuch, seien freundlich, böten guten Service und seien ganz in der Nähe. „Halbe Hürde“, dachten wir noch und bedankten uns artig. Natürlich haben wir kein Telefonbuch im Haus, wir haben schließlich Internet. Was nicht googlebar ist, gibt es nicht. Nach dieser Logik dürfte es allerdings auch Blumen Schwarz nicht geben, von dem unsere Nachbarin so schwärmte. Nachdem neben Google auch die Online-Ausgabe des Telefonbuches keinen Treffer lieferte, und die Wegbeschreibung um ehrlich zu sein eher vage war, machten wir es wie so zwei Steinzeitmenschen: Wir setzten uns ins Auto und fuhren auf die Suche. Es dauerte eine gute halbe Stunde, drei Sackgassen und vermutlich 1,5 Liter Sprit, bis einer von uns auf die Idee kam, die Auskunft zu befragen. Was viele nicht mehr wussten: Mit so einem Smartphone kann man ja nicht nur twittern, navigieren und googlen man kann auch damit telefonieren. Sekunden später hatten wir das Ergebnis. 10 Minuten nach Ladenschluss. Aber immerhin wissen wir jetzt, wo wir hin müssen.

Der Autor bloggt unter www.meine-url-ist-laenger-als-deine.de

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