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Netzwelt

11. Dezember 2016 | 03:19 Uhr

Christiansens Netzwelt : SPD-Politiker bei Tinder: Wählerfang im Dating-Dschungel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Berliner Politiker Alexander Freier macht sich die Flirt-App zunutze. Ziemlich clever – und irgendwie nervig, meint unsere Kolumnistin.

Ein dunkelblonder Mann von Ende 20 lächelt freundlich-seriös in die Kamera. „Wie sympathisch, und hip scheint er auch zu sein“ – schließlich trägt er einen Drei-Tage-Bart –, mag da mancher denken. Erst auf den zweiten Blick (und dem Wisch zu den folgenden Fotos) fallen das rote SPD-Logo und Botschaften wie „Berlin bleibt schwul“ ins Auge. Na gut, auch Politiker brauchen Liebe. Wir sind ja schließlich in der Dating-App Tinder unterwegs.

Liebe habe Alexander Freier aber im echten Leben schon gefunden, sagt er der Berliner Zeitung. Der Politiker nutze Tinder für etwas anderes – seinen Wahlkampf. Klingt absurd?

Dabei ist die Nähe von Online-Dating und Politik eigentlich offensichtlich: Absichten und Interessen werden abgeklopft, Positionen bezogen, Phrasen gedroschen und Floskeln immer wieder aufgewärmt. Nutzer lernen, was beim Gegenüber ankommt und auch, wann man sich eher schwammig ausdrücken sollte.

„Es ist ja gar nicht schlecht, da zu sein, wo die Leute sind“, sagt Freier, der als unabhängiger Kandidat in das Berliner Abgeordnetenhaus einziehen möchte. Im Gegenteil: Das ist sogar ziemlich clever und bislang wohl ziemlich einzigartig. Auch wenn es viele Tinder-Nutzer nerven dürfte, mag da vielleicht der ein oder andere nette (Wähler-)Kontakt zustande kommen. Und falls nicht: Im oberflächlichen Tinder-Universum ist eine Abfuhr weniger schmerzhaft als auf der Straße – bestimmt auch für Politiker.

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erstellt am 19.Jul.2016 | 10:52 Uhr

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