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Netzwelt

10. Dezember 2016 | 21:37 Uhr

Neues Portal „Freifunk hilft“ : Soziale Einrichtungen ans Netz: Freifunker bündeln ihre Kräfte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flüchtlings-, Obdachlosen- oder Seniorenheime – vielen der Menschen, die in solchen Einrichtungen leben, fällt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben schwer. Ein Internetzugang soll helfen.

Online lernen, sich informieren oder eine E-Mail in die Heimat schicken: Das ist heute Alltag und funktioniert von überall auf der Welt, wenn dort denn Internet verfügbar ist. Doch gerade da, wo viele Menschen auf eine digitale Infrastruktur angewiesen sind, um den Einstieg in ein neues Leben zu meistern, hapert es oftmals. „Viele Flüchtlinge haben Mobiltelefone, aber keinen Datentarif“, beschreiben die Ehrenamtler der Freifunk-Initiative das Problem auf ihrer zentralen Webseite. Und auch in anderen sozialen Einrichtungen wie Obdachlosenheimen fehle dieser Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe. Für die Freifunker höchste Zeit, die Ärmel hochzukrempeln: Auf dem neuen Internetportal „Freifunk hilft“ hat man die Erfahrungen und das Wissen der Initiativen in ganz Deutschland gebündelt. Das Portal soll die Kontaktaufnahme zwischen sozialen Trägern und lokalen Freifunkgruppen erleichtern, jeder Interessierte die für ihn nötigen Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden.

Es gebe inzwischen viele Freifunk-Gruppen in ganz Deutschland, sagt Christian Breutkreutz von Freifunk Nord. Und überall ist das System gleich: Freiwillige verbinden ihre Router miteinander, um mit anderen in diesem Netz zu kommunizieren und Daten austauschen zu können. Oft öffnen sie über ihren Router außerdem den Zugriff auf das Internet für Fremde, die sich ohne Eingabe eines Passwortes oder Registrierung einwählen können. Der Internetverkehr wird über die Server der Initiative und von dort aus mehrfach über weitere Server umgeleitet. Eine Gefahr der Abmahnung für den Anschlussinhaber besteht – mit oder ohne geltende Störerhaftung – nicht. Der Tenor zu dem Projekt sei durchweg positiv, ein Alleingänger sei das Freifunk-Modell aber dennoch nicht, räumt Breutkreutz ein. Wenn Städte und Gemeinden sich für die Einrichtung eines Netzes entscheiden, sei das ein „super Motor“, die Reputation mache viel aus.

Auch wenn außerhalb der größeren Städte wie Flensburg oder Kiel in Schleswig-Holstein noch viel zu tun sei, sehe man aktuell vielerorts eine positive Entwicklung, sagt Breutkreutz. Niebüll, Burg, Heide – überall sei man gerade dabei, ein Freifunknetz aufzubauen, die ländlichen Gebiete auf dem Vormarsch. „Da tut sich was.“ Bisher habe man nach Freifunk-Angaben bundesweit allein in über vierhundert sozialen Einrichtungen frei zugängliches WLan bereitstellen können.

Nicht alle Gemeinden sähen sich der technischen Aufgaben gewachsen, sagt Breutkreutz. Damit auch diese sich anschließen könnten, gebe es nicht nur Hilfestellung innerhalb der Community, sondern außerdem den Verbund Freifunk Nord. Hier organisieren sich verschiedene Freifunk-Initiativen aus dem Norden. Unter diesem Dach könnten kleinere Gruppen beispielsweise die Firmware wie auch die Webserver mitnutzen und bekämen außerdem Unterstützung bei der Einrichtung und Pflege des Freifunk-Netzes. Ob auf diesem Weg oder über eine gruppeneigene Infrastruktur – klar ist: „Im Endeffekt kommt WLan dabei herum.“

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erstellt am 30.Sep.2016 | 17:16 Uhr

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