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Netzwelt

08. Dezember 2016 | 17:13 Uhr

Schwer vermittelbar

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Man stelle sich vor, es gibt eine Datenschutzpanne und kaum einer reagiert. Wie bei „Nackt im Netz“.

Manchmal frage ich mich, wie viele Datenschutzskandale es eigentlich noch braucht, bis ich endlich den Tor-Browser herunterlade. Bis ich für die Onlinesuche DuckDuckGo oder ähnliches nutze statt den Datenkraken Google. Bis ich konsequent die täglichen Einhorn-Emojis über Threema oder Signal verschicke statt mit WhatsApp. Sicher, der Wirbel um das stasiartige Mozilla-Addon WOT ist auch bei mir angekommen, selbst wenn ich es nicht verwendet hatte: Der NDR hatte den Browserverlauf verschiedener Personen von windigen Onlinehändlern ergattert und konnte die langen URL-Listen konkreten Namen zuordnen. „Nackt im Netz“ nannte der Sender die Enthüllung. Publikumswirksam, aber nur kurz. Schließlich ist leicht, auf Twitter zu poltern – aber Gewohnheiten will man lieber nicht ändern. Nach dem Bericht gab es also etwas Aufruhr und Datenschutztipps einschlägiger Webseiten (inklusive erneuter Erklärung, was der Tor-Browser ist). Aber ob das dazu führt, dass Nutzer nun seitenlange AGB durchlesen – und im Zweifel auf die neuste heiße Trend-Plattform verzichten? Sicher nicht, aber manche sind vielleicht nur noch ein paar Skandale davon entfernt.


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von
erstellt am 03.Nov.2016 | 11:45 Uhr

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