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Netzwelt

04. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Nagars Netzwelt : Schlachtschiffe in neuen Kanälen: So buhlen ARD und ZDF um die Jugend

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fernsehsender suchen im Internet nach Zuschauern – vor allem das junge Publikum wird umgarnt.

Das TV umkreist das Internet wie ein Hund den Platz, auf den er sich legen möchte, auch die Öffentlich-Rechtlichen. Sonst eher als gemütlicher Basset bekannt, versuchen sich ARD und ZDF ausgerechnet Netznischen für 14- bis 29-Jährige zu sichern. Noch ist das Angebot, das im Oktober starten soll, namenlos. Bislang heißt es jungesangebotvonardundzdf.de und besteht aus der Idee. Dafür werden wiederum kreative Ideen gesucht und bewertet, erklärt man im Projekt-Blog. Es wirkt ein wenig, als ob ein fettes Schlachtschiff gerade dabei ist, in kleine Kanäle zu steuern. Als ob man mit einem jährlichen 45 Millionen-Euro-Budget vorhat, mit dem Youtube-Teenie im Jugendzimmer zu konkurrieren. Der Blog erklärt, dass das junge Angebot vorhat, wie ein Start-up zu arbeiten. Wenn auch eines ohne Pleiterisiko.

Auch RTL 2 umgarnt das netzaffine Publikum. Auf den Videodays in Köln macht der Privatsender das, was er am zweitbesten kann nach schlecht gespielten Dokusoaps: Casting-Shows. Das nennt sich dann „Video Vision Song Contest“, kurz Vivisoco.

So unterschiedlich die Sender auch sein mögen, die Strategien haben eine Gemeinsamkeit. Man schnappt sich eine Produktionsfirma und fungiert wie ein Trüffelschwein, das die verborgenen Schätze im Netz auf die große Bühne hebt. Ein Unterschied: Während RTL2 als Wirtschaftsunternehmen in wachsende Märkte investiert, haben ARD und ZDF eine andere Motivation. Nach eigenen Angaben geht es auch darum, zu erfahren „was die Menschen, die wir mit unserem Angebot erreichen wollen, wirklich interessiert, was ihnen fehlt, wie wir die 14-29-Jährigen, die wir Öffentlich-Rechtlichen verloren haben, wieder erreichen.“

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erstellt am 18.Aug.2016 | 18:53 Uhr

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