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Netzwelt

02. Dezember 2016 | 23:25 Uhr

Henckes Netzwelt : Samsung und das „digitale“ Note 7

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Explodierende Smartphones haben Samsungs Ruf geschädigt. Das Netz macht sich lustig – mit Folgen.

Das Samsung Galaxy Note 7 ist wohl der größte anzunehmende Unfall, der dem Smartphone-Hersteller passieren konnte. Explodierende Akkus sorgten für den größten Imageschaden in der Unternehmensgeschichte – und finanzielle Einbußen von vermutlich rund fünf Milliarden Dollar. Im Netz wird Samsung für das Fiasko ordentlich in die Mangel genommen. Meme-Bilder, Videos und Clips nehmen die brennenden Smartphones aufs Korn. Im Actionspiel „GTA V“ hat der Hobbyspieleentwickler „HitmanNiko“ noch eine Schippe draufgelegt. In mehreren Let’s-Play-Videos zeigten Nutzer seine Modifikation des Spiels, in der sich das Note 7 als Ersatz für Granaten oder C4-Sprengsätze einsetzen lässt, um beispielsweise Autos in die Luft zu jagen. Die „digitale Explosion“, wie es die Kollegen der Spiegel-Redaktion nannten, war in mehreren Youtube-Video zu sehen, die seit Anfang Oktober massenhaft angeklickt wurden.

Doch plötzlich ist eines der meistgeklickten Videos von der Plattform verschwunden – wohl aufgrund von Urheberrechtsansprüchen des Unternehmens. Ist der Imageschaden für Samsung so groß, dass der Konzern keinen Spaß mehr versteht? Offenbar. Eine Bestätigung der Löschung gibt es zwar nicht, aber die empfindliche Reaktion auf ein „digitales“ Note 7 macht die Brisanz die das Thema für den Konzern hat nur allzu deutlich. 2,5 Millionen Geräte sind zurückgerufen worden, der Verkauf ist gestoppt, und dann kommen da diese Menschen im Netz und machen sich über das Desaster witzig.

Der Gedanke, dass Leute ihre Memes künftig über iPhones oder andere Android-Telefone basteln, weil sie Samsung den Rücken kehren, scheint die Geschäftsführung derart in Schock zu versetzen, dass sie womöglich einen großen Fehler gemacht haben: Durch das Löschen ist zwar das Video verschwunden, doch das erregt nur noch mehr Aufsehen. Gerade das wollte das Unternehmen doch vermeiden. So ein Mist aber auch. Samsung wird so Opfer eines Effekts, den ein alter Hase im Geschäft eigentlich kennen müsste.

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erstellt am 21.Okt.2016 | 11:59 Uhr

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