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Netzwelt

06. Dezember 2016 | 13:19 Uhr

Galaxy Note 7 : Samsung-Smartphone brennt - Flugzeug in den USA evakuiert

vom

Vor dem Abflug mussten die Passagiere wieder aussteigen. Besonders unangenehm für Samsung: Das Gerät sei ein bereits umgetauschtes gewesen.

New York | Ein Samsung-Smartphone des Modells Galaxy Note 7 hat gut einen Monat nach dem weltweitem Rückruf in einem Flugzeug in den USA kurz vor dem Start Feuer gefangen. Die noch am Gate stehende Maschine wurde in Louisville (Bundesstaat Kentucky) geräumt und der Flug nach Baltimore wurde gestrichen. Verletzte habe es nicht gegeben, berichteten US-Medien. Besonders unangenehm für Samsung: Bei dem Gerät handelte es sich dem Besitzer zufolge bereits um ein Austauschgerät, das er im Zuge des Rückrufs erhalten habe. Eine Bestätigung dafür vom Unternehmen gab es aber bislang nicht. Samsung hatte das Note 7 wegen Brandgefahr zurückgerufen.

Für das Unternehmen ist das Ereignis nur ein weiteres in einer Serie von Pannen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass auch Waschmaschinen von Samsung explodieren könnten.

Eine Samsung-Sprecherin erklärte auf Nachfrage, zu dem Vorfall noch keine Angaben machen zu können. Man arbeite mit der Fluggesellschaft und den Behörden zusammen, um das Smartphone untersuchen zu können.

Anfang September hatte Samsung nach zahlreichen Zwischenfällen die Gefährdung infolge von Akku-Problemen bei dem Phablet - einer Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer - eingeräumt und eine weltweite Austausch-Aktion angekündigt. Erst vor wenigen Tagen brachte der Konzern das Modell in Südkorea wieder auf den Markt.

Hintergrund: Warum Feuer in Flugzeugen so gefährlich ist

Feuer an Bord eines Flugzeugs hat in der Vergangenheit zu schlimmen Unglücken geführt und gehört zu dem besonders gefürchteten Zwischenfällen während eines Fluges. Denn bei einem Brand gibt es kein Entweichen. Die Brandbekämpfung gestaltet sich wegen der beengten Verhältnisse an Bord eines von vielen Kabeln durchzogenen Flugzeugs zudem extrem schwierig. Die Besatzungen haben daher nur sehr wenig Zeit für erfolgreiche Gegenmaßnahmen. Zudem geht ein Feuer meist mit großer Rauchentwicklung und dem Entzug von Sauerstoff einher, was unter den Passagieren Panik schüren kann.

Airlines achten daher schon beim Einchecken der Passagiere darauf, dass keine brandgefährlichen Stoffe mit ins Flugzeug gelangen. So gab es in der Vergangenheit etwa ein Verbot sogenannter „Hoverboards“ - der automatisch balancierenden kleinen Fahruntersätze - weil ihre Lithium-Ionen-Batterien als brandgefährlich angesehen werden.

Zu den jüngsten Fällen, bei denen Feuer an Bord eine Rolle spielte, gehörte am 19. Mai der über dem Mittelmeer abgestürzte Egyptair-Airbus A320. Vor dem Absturz gab es nach einer ersten Auswertung des Stimmenrekorders offenbar Versuche, ein Feuer an Bord zu löschen. Ein anderer bekannter Fall war eine MD-11 der Swissair, die im September 1998 nach einem Kabelbrand in der Bordelektronik vor Kanada in den Atlantik stürzte. Auch die Boeing 747 „Helderberg“ der South African Airways (SAA) fiel 1987 vor Mauritius einem Feuer an Bord zum Opfer.

 

Zwischenfälle an Bord von Flugzeugen sind besonders heikel. Die US-Flugaufsicht FAA hatte bereits am 8. September den Betrieb von Note-7-Geräten an Bord untersagt. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA zog einen Tag später mit einer ähnlichen Anweisung nach. Danach dürfen Passagiere und Crew-Mitglieder ihre Note-7-Geräte an Bord weder anmachen noch laden. Sie dürfen auch nicht in aufgegebenem Gepäck verstaut werden.

Seither wird an Bord eigens auf das Nutzungsverbot für das Samsung-Gerät hingewiesen - keine Werbung für den Konzern. Feuer gehört zu bedrohlichsten Zwischenfällen, die es an Bord von Flugzeugen geben kann. Gerade Akkus an Bord sind je nach Technik umstritten und gelten mitunter als Sicherheitsrisiko.

Der nun betroffene Passagier des evakuierten Fliegers erzählte dem Lokalsender Wave 3, die Besatzung habe alle Fluggäste mit einem Note 7 darum gebeten, die Geräte auszuschalten. Er habe das getan und das Handy in seine Hosentasche gesteckt. Wenige Sekunden später habe er einen Knall gehört und Rauch bemerkt. „Es war elektronischer Rauch - ein braunes, grün-graues, echt hässliches Zeug - und er kam ziemlich dicht aus dem Gerät heraus“, sagte der Mann. Er habe das Smartphone auf den Boden geworfen, und es habe sich durch den Teppich gebrannt.

Das Handy habe er erst zwei Wochen zuvor abgeholt, nachdem er sein Anfang September gekauftes Exemplar wegen des weltweiten Rückrufs eingetauscht hatte, erzählte der Mann weiter. Auf der Verpackung sei angegeben gewesen, dass es sich um ein einwandfreies Gerät handelte.

Nach Angaben der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC von Mitte September wurden allein in den USA 92 Fälle gemeldet, in denen sich ein Note 7 überhitzt hatte.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 13:54 Uhr

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