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Netzwelt

10. Dezember 2016 | 00:15 Uhr

Brennende Smartphones : Samsung Galaxy Note 7 ist am Ende - Verkaufsstopp, Rückruf, Warnung

vom

In Deutschland kommt das Galaxy Note 7 gar nicht erst auf den Markt. Kunden sollen ihre Smartphones zurückbringen.

Samsung beendet die Produktion seines Smartphones Galaxy Note 7. Geräte des neuen Smartphones hatten sich stark erhitzt und waren in Rauch und Flammen aufgegangen - auch mit den Austauschmodellen gab es Probleme. Das Modell werde nicht mehr auf den Markt kommen, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Smartphone-Marktführers am Dienstag mit.

Samsung liefert sich seit Jahren einen Wettlauf mit dem Konkurrenten Apple und dem iPhone. Während es beim iPhone seit Jahren keine größeren Innovationen gibt, wurde die Präsentation des Galaxy Note 7 im August von Kritikern gefeiert. Die brennenden Geräte stürzen Samsung immer Tiefe in die Krise - der Verkaufsstopp ist der letzte Schritt.

Samsung kündigte auf seiner US-Website am Dienstag außerdem einen Rückruf der Geräte an. Die betroffenen Geräte „können überhitzen und stellen ein Sicherheitsrisiko dar“.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Smartphone-Hersteller eine globale Austauschaktion für das im August eingeführte Note 7 wegen Brandgefahr der Akkus in die Wege geleitet.

 

Die südkoreanischen Behörden sprachen jetzt von einer wahrscheinlich neuen Fehlerquelle und warnten die Verbraucher vor der Nutzung des Geräts. Auch Samsung rief alle Kunden erneut auf, ihr Note 7 auszuschalten und es überhaupt nicht mehr zu benutzen - egal ob es sich um ein Original- oder ein Austausch-Gerät handle.

Sie sollten ihr Gerät in die Läden zurückbringen, wo sie es entweder gegen ein Smartphone eines anderen Typs tauschen oder ihr Geld zurückbekommen könnten, hieß es auf der US-Website. Die Probleme waren unmittelbar vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland bekannt geworden. Mit dem Verkaufsstopp räumt Samsung erhebliche Probleme mit dem Phablet - einer Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer - ein.

Beobachter in Südkorea bezweifeln, dass der Technologie-Riese, der auch der weltgrößte Hersteller von Speicherchips und Fernsehern ist, das Mobiltelefon wieder auf den Markt bringen wird. Der Kurs der Aktie von Samsung Electronics brach an der Börse in Seoul um acht Prozent ein und ging mit 1,55 Millionen Won (1245 Euro) aus dem Handel.   Am Montag hatte das Unternehmen angekündigt, seine Produktionsplanung vorläufig zu ändern, ohne dies näher zu erläutern. Nach Berichten südkoreanischer und amerikanischer Medien hatte Samsung die Produktion des Galaxy Note 7 eingestellt.

Die Sicherheit der Verbraucher habe stets höchste Priorität für das Unternehmen, hieß es jetzt. Samsung bitte Mobilfunkanbieter und Einzelhandelspartner weltweit, „den Verkauf und den Austausch des Galaxy Note 7 zu stoppen, während die Untersuchungen im Gang sind“.Samsung arbeite mit der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC zusammen, um die Fälle zu untersuchen, über die zuletzt berichtet worden sei.

Der Verkaufsstopp sei der richtig Schritt, sagte der CPSC-Vorsitzende Elliot Kaye. „Niemand sollte sich Sorgen machen, dass sein Telefon ihn, seine Familie oder seinen Besitz in Gefahr bringt.“ Die koreanische Behörde für Sicherheit und Standards (KAST) kündigte an, in Zusammenarbeit mit Samsung weitere Untersuchungen zu den Ursachen der Smartphone-Probleme anzustellen. „Es ist möglich, dass eine neue Art von Fehler in dem Mobiltelefon existiert, der über das Batterie-Problem hinausgeht.“ Am Wochenende waren vier weitere Fälle in den USA bekanntgeworden, in denen nach Angaben der Betroffenen Austauschgeräte des Note 7 in Brand gerieten. Am Mittwoch war ein Flugzeug in den USA kurz vor dem Start wegen eines brennenden Note 7 geräumt worden. Dabei handelte es sich dem Besitzer zufolge um ein Ersatzgerät.

Nach den Berichten kündigten die Mobilfunk-Betreiber AT&T, T-Mobile US und Verizon an, keine Note 7 an ihre Kunden mehr auszugeben. Käufer könnten ihre Geräte gegen andere Modelle von Samsung oder Smartphones anderer Anbieter umtauschen.

Samsung hatte Anfang September eine weltweite Umtauschaktion für rund 2,5 Millionen Geräte des Galaxy Note 7 wegen Brandgefahr bekanntgegeben. Anfang Oktober hatte das Unternehmen dann den Verkauf in Südkorea wiederaufgenommen. Zuletzt war der Verkaufsstart in Europa für den 28. Oktober angekündigt worden.

Nach früheren Angaben der US-Verbraucherschutzbehörde könnte ein Grund für die Probleme beim ursprünglichen Note 7 gewesen sein, dass Akkus etwas zu groß für den Platz im Gehäuse geraten seien und es dadurch beim Einbau zu Kurzschlüssen in den Batterien kommen konnte.

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erstellt am 11.Okt.2016 | 11:58 Uhr

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