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Netzwelt

27. Mai 2016 | 00:16 Uhr

Nagars Netzwelt : Online-Cartoon „Das Hochhaus“ zeigt Szenen einer Nachbarschaft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Das Hochhaus“ ist eine Mischung aus Comic-Kunst, Sozialkritik, Seifenoper und Wimmelbild.

Unten ein älteres Ehepaar. Die Wohnung steht voller Pakete für irgendwelche Nachbarn weiter oben im Hochhaus. Er nörgelt darüber und sie kontert: „Bald machen das Drohnen und dann haben wir gar keine sozialen Kontakte mehr.“ Im zweiten Stock wundert sich eine Frau darüber, wie schnell der Postbote diesmal war. „Kein Wunder, dass niemand mehr eine Affäre mit dem Briefträger hat“, antwortet ihre Freundin. Im fünften Stock erfährt man, dass das ältere Paar Möller heißt und die Empfängerin das Paket nicht holen möchte, weil es dort muffig riecht.

Zeichnerin Katharina Greve baut im Netz ein Hochhaus: Mit der finanziellen Unterstützung einer Stiftung veröffentlicht sie jede Woche auf der Seite das-hochhaus.de ein Stockwerk. Vom Keller bis zum Dachboden. Jede Etage bietet Einblick in eine kleine Welt. Und zusammen bilden die einzelnen Cartoons eine Momentaufnahme in einem Mehrfamilienhaus, wie es irgendwo in Deutschland stehen könnte.

Heute im 15. OG vom HOCHHAUS: Happy End#102etagenlebenwww.das-hochhaus.de

Posted by Katharina Greve - Qualitätsideen on  Montag, 18. Januar 2016

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: Es zeigt Nachbarn, die sich nicht kennen oder mögen, Einsame, Familienzoff, eine völlig überfüllte Wohnungsbesichtigung – hinter den vermeintlich fröhlich bunten Bildchen steckt meist eine Ladung Sozialkritik. Manche Nachbarn scheinen einen Bezug zueinander zu haben, andere leben parallel vor sich hin. In einigen Etagen wird schon einmal angekündigt, dass weiter oben etwas folgt. Dann erfährt man vielleicht, warum der Sohn seine Eltern im siebten Stock nicht besucht, obwohl er doch im gleichen Hochhaus wohnt. Oder was Tobi gerade macht, der erst mit dem Hund aus Etage 14 Gassi gehen möchte, wenn der was Lustiges für Facebook gemacht hat. Bis zum Herbst 2017 wird noch „gebaut“, in dieser Woche stehen gerade einmal 15 von 102 geplanten Etagen, die der Nutzer abscrollen kann.

Man darf gespannt bleiben, was für ein Bauwerk am Ende herauskommt – für die einen vielleicht eine nur bunte Internetseite, für die anderen einer der längsten Online-Cartoons, die es gibt. Und eine Gelegenheit, mal in die eigene Nachbarschaft zu gucken.

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erstellt am 21.Jan.2016 | 18:27 Uhr

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