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Netzwelt

04. Dezember 2016 | 21:31 Uhr

Christiansens Netzwelt : Nachricht oder Fake – Wo bleibt der kritische Blick?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

US-Teenies können Werbung nicht von Nachrichten unterscheiden. Aber können wir das besser?

Es ist ein – zugegeben – abgegriffener Rat, aber er gilt heute mehr denn je: Holzauge, sei wachsam. Es gibt eben Dinge, die ändert auch so etwas einschneidendes wie die digitale Revolution nicht. Gekaufte Bewertungen, Fake-News oder ein Verwirrung stiftender PR-Gag – in der Online-Welt gibt es vieles, bei dem Nutzer lieber zweimal hinsehen (und nachdenken) sollten. So verlockend und hilfreich es ist, das Sortieren und digitale Füttern der eigenen Interessen Pushnachrichten oder irgendwelchen Algorithmen zu überlassen, es macht uns faul. Und nicht nur das. Wir hinterfragen nicht mehr. Vielleicht ob der Fülle der eintrudelnden Neuigkeiten. Vielleicht weil wir uns auf andere, vermeintlich wichtigere Dinge meinen konzentrieren zu müssen und uns schnell zu entscheiden haben, wenn wir beim Online-Kauf ein Schnäppchen schlagen möchten. Stets unter Druck.

Es gibt aber auch Menschen, die die Einschätzung einer Nachricht als seriös oder nicht seriös nie gelernt haben, und alles im Netz für bare Münze nehmen. US-Forscher stellten 8000 Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren anhand von Beispielen vor die Frage, woran sie eine seriöse Nachricht erkennen. Das Ergebnis: Zwei Drittel konnten als „gesponsert“ getarnte Werbetexte im Nachrichtenformat nicht von einem richtigen Nachrichtentext unterscheiden. Die Anzahl von enthaltenen Details und Fotos war für ihre Entscheidung wichtiger als die Quelle.

Inzwischen haben auch die Onlinedienste das Problem erkannt und machen erste Schritte, um den Fake-Wahn zu stoppen: Facebook, Google & Co wollen gezielt gegen Falschmeldungen vorgehen. Auch Käufer sollen weniger fehlgeleitet werden: Onlinehändler Amazon lässt seine Kunden nur noch fünfmal pro Woche Produkte bewerten, um gekaufte und gefälschte Bewertungen einzudämmen. Eine gute Entwicklung, unseren kritischen Blick sollten wir aber weiter schulen.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 13:02 Uhr

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