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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 20:24 Uhr

Köln : „Mooneye Studios“: Von der Uni auf die Gamescom

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fünf Hamburger träumen von der Programmierer-Karriere. Auf der Gamescom präsentieren sie ihr erstes Spiel.

Köln/Hamburg | Wenn in diesen Tagen Bilder von der Gamescom gezeigt werden, sieht man die gigantischen Dimensionen: Menschenmassen lauschen durchchoreografierten Präsentationen auf riesigen Bühnen und stehen stundenlang an, um die neuesten Spieletrends auszuprobieren. Geht man aber einige Hallen weiter, zeigt sich eine andere Welt. Am „Indie Arena Booth“ trifft man statt PR-Profis die sogenannten Indie-Entwickler. Das sind junge Leute, die noch am Anfang der Karriereleiter stehen – wie Tobias Graff , Maximilian Jasionowski, Pascal Müller, Matthias Oberprieler und Florens Huhn. Die fünf Hamburger haben die Firma „Mooneye Studios“ gegründet.

2014 haben die Freunde gemeinsam an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg ihr Studium begonnen. Damals war ihr heutiges Herzensprojekt noch eine Pflichtaufgabe. „Es ist Teil des Games-Masters, dass sich alle Studenten im ersten Semester in Teams zusammenfinden und bis zum Ende ihres Studiums ein Spiel als Abschlussarbeit abgeben“, erklärt Pascal. Schnell wurde den Jungs klar, dass ihr Spiel „Lost Ember“ für sie mehr ist, als eine Hausaufgabe. Sie wollten „ihr Baby“ auf die große Bühne bringen.

Bereits im zweiten Semester gründete das zielstrebige Team so die „Mooneye Studios“ . Bei der Gamescom trefen sie nun erstmals mit einer spielbaren Version auf ein breites Publikum. „Lost Ember“ ist dabei das perfekte Gegenprogramm für die lautstarke Dauerbeschallung in weiten Teilen der Messe.

Pascal erklärt, worum es in dem Spiel geht: „Als ein Wolf erwachen wir in einer unbekannten, aber idyllischen Spielwelt. Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt einer Lichtkugel, die uns langsam durch das Level führt und uns zu Rätseln führt. Wollen wir dem Licht folgen, reichen aber nicht die Fähigkeiten unseres Wolfes allein – im Laufe des Spiels können wir noch in verschiedene Tiere wie Maulwürfe, Vögel oder Büffel schlüpfen.“ „Lost Ember“ stehe dabei im Zeichen der Erkundung und solle mehr durch Atmosphäre und eine geheimnisvolle Story punkten als durch überschäumende Action.

Genügend Action haben die Jungs ohnehin auf der Gamescom. Gleichzeitig Aussteller, Journalisten und die vielen Besucher mit wenig Leuten zu bedienen, ist eine Herausforderung. Doch auch das gehört zum Job eines Indie-Entwicklers. Die Präsentationsmöglichkeit haben die „Mooneye Studios“ dem Team der „Indie Arena Booth“ zu verdanken. Vor vier Jahren hatte der Indie-Entwickler Oliver Eberlei die Idee, einen Stand zu mieten, Sponsoren zu sammeln und so günstigere Standplätze für kleinere Entwickler zu ermöglichen. Das „Indie Arena Booth“-Team besteht selbst nur aus selbstständigen Entwicklern – und bei der Gamescom sind alle ehrenamtlich dabei. Innerhalb von vier Jahren hat sich ihr kleiner Holzstand für damals zwölf Entwickler in einen 500 Quadratmeter großen Freizeitpark mit über 60 Ausstellern entwickelt. In seiner ganzen Fläche kann der „Indie Arena Booth“ durchaus mit den großen Entwicklern konkurrieren. Sie zeigen sogar deutlich abwechslungsreichere Spiele. Vom Studenten bis hin zu gestandenen Indie-Entwicklern sind alle dabei. Zwischen den vielen Ausstellern herrscht aber kein Konkurrenzkampf. „Es ist eine sehr kollegiale Branche. Wenn jemand anderes einen Deal ausmacht, freut man sich füreinander“, verrät Pascal. Für ihn und seine vier Kollegen steht nach dem Trubel der Gamescom der nächste Schritt an – über die Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ wollen sie Unterstützer für ihr Spiel sammeln und so die Entwicklung vorantreiben. Im Frühjahr 2018 soll es dann schließlich so weit sein, dass ihr erstes großes Projekt auf den Markt kommt.

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