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Netzwelt

06. Dezember 2016 | 13:12 Uhr

Christiansens Netzwelt : Mehr als nur Spielkram

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Online-Hypes können nervig sein, aber auch viel bewegen – die „Ice Bucket Challenge“ liefert den Beweis.

Die Verbindung von neuen Technologien und Gesundheit habe ich bislang eher weniger in Bereichen gesehen, die den Menschen Spaß machen. Klar – Apps, die die Fitnessdaten ihrer Nutzer sammeln, können lustiger Zeitvertreib und auch Ansporn sein. Wie gut für die Krankenkassen, die nicht nur gesundheitsbewusstere Versicherte bekommen, sondern im für sie besten Fall auch noch deren Daten auswerten können. Für die Nutzer wahrscheinlich in gar nicht so ferner Zukunft nicht so gut, aber für den Moment sind Neugier und der spielerische Charakter der Anwendungen vorrangig. Stichwort: Gamification.

Versicherer lassen sich jetzt auch dazu hinreißen, „Pokémon Go“ zu loben. So zumindest die Techniker Krankenkasse in Bayern, die beklagt, dass junge Leute sich zu wenig bewegen und befürwortet, dass sie als Pokémon-Jäger gezwungen sind, stundenlang an der frischen Luft herumzulaufen. Die AOK Bayern spielt den Miesepeter: Wenn der Hype nachlasse, bewege sich auch keiner mehr freiwillig draußen.

Einen nachhaltigen Erfolg in der Verbindung von Spaß und Gesundheit verzeichnet die „Ice Bucket Challenge“. Im Sommer 2014 haben sich Prominente ebenso wie „normale“ Internetnutzer dabei filmen lassen, wie sie sich kübelweise Eiswasser über den Kopf kippten. Eigentlich, um nicht für die ALS-Forschung spenden zu müssen, was in der Aktion die Konsequenz gewesen wäre, wenn man kneift. Zumindest von Menschen, die einen Ruf zu verlieren hatten, gab es aber beides: das Beweisvideo und die Spende. Und das – wie die ALS-Association kürzlich bekanntgab – mit großem Erfolg. Die Forscher hätten ein Gen entdeckt, das mit der Nervenkrankheit in Verbindung stehen soll. Jetzt hoffen sie darauf, auf Grundlage dessen Therapiemöglichkeiten entwickeln zu können.

Auch wenn Hypes schnell nerven können, wenn der Nachrichtenfeed nur noch das eine Thema kennt – im Nachhinein betrachtet können sie das Ärgernis doch irgendwie wert sein.

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erstellt am 01.Aug.2016 | 14:27 Uhr

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