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Netzwelt

06. Dezember 2016 | 13:18 Uhr

Fligges Netzwelt : Lehrerverband steckt noch in der Kreidezeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bildungsministerin Wanka will 500 Milliarden Euro für die Digitalisierung von Schulen ausgeben. Doch Lehrer sprechen sich dagegen aus.

Digitale Lernangebote schön und gut – aber was nutzen sie, wenn das Klassenzimmer offline und die wenigen Tablets gerade in Gebrauch sind? Bis auf einige Leuchtturmprojekte ist es leider diese Ratlosigkeit, die an Schulen vorherrscht. Zumindest bei Lehrkräften, die im digitalen Lernen einen Sinn sehen. Auch das ist bei allem technischen Fortschritt nicht immer der Fall, wie der Deutsche Lehrerverband (DL) gestern eindrücklich unter Beweis stellte.

Da schickt sich Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) an, Deutschlands Schulen mit einem Milliardenprogramm auf den Weg ins digitale Zeitalter zu bringen und DL-Präsident Josef Kraus sagt: „Die Euphorie ums Digitale kann ich nicht nachvollziehen.“ Elektronische Medien würden zu Häppchenbildung führen, weil sich junge Leute nur noch punktuell informieren. Er wünscht sich eine Initiative für Schulbibliotheken. „Bücher sind Wissen ohne Verfallsdatum“, ist einer seiner bemerkenswerten Sätze. Wissen ohne Verfallsdatum – gibt es das?

Und überhaupt: Welche Euphorie? Technische Infrastruktur zu schaffen und pädagogische Konzepte an eine global vernetzten Welt anzupassen sind schlicht Notwendigkeiten. Bücher sind Wissensträger, haben darauf aber kein Exklusivrecht. Auch das Internet ist ein Wissensträger – und zwar nicht zweiter Klasse. Es ist nicht das Problem das Internets, dass es in der pädagogischen Praxis hakt. Das sind Fragen der technischen Voraussetzungen und des Wollens, Lernen neu zu denken. Schüler sind keine Gelehrten. Auch ohne Internet tendieren sie dazu, sich „häppchenweise“ zu informieren. Das zu ändern, ist und bleibt Aufgabe von Schule und Elternhaus.

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