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Netzwelt

26. Februar 2017 | 04:46 Uhr

Online-Studiengänge : Laptop statt Uni

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viele Studenten entscheiden sich heute für Online-Studiengänge. Fachhochschulen in SH sind mit Weiterbildung im Netz erfolgreich.

Lübeck | Voll besetzte Hörsäle, Mittagessen in der Mensa, tägliche Besuche in der Universitäts-Bibliothek? Viele Menschen erleben ihr Studium in Onlinestudiengängen heute ganz anders. Die Fachhochschulen in Schleswig-Holstein zeigen: Auch im Internet lassen sich qualifizierte Abschlüsse machen. Studenten aus ganz Deutschland nehmen bequem vor dem PC oder Laptop an ihren Kursen teil.

Oncampus, das ist das Vorzeigeprojekt der FH Lübeck. 2003 gründete die Hochschule die GmbH als hundertprozentige Tochter. Heute nehmen darüber 400 Menschen an den Online-Studiengängen der FH Lübeck teil. „Das sind gut 13 Prozent der Studenten der FH“, sagt Prof. Rolf Granow stolz. Er ist der Geschäftsführer der E-Learning-Tochter. Granow ist überzeugt davon, dass Weiterbildung und Studium über das Internet wichtig sind, um den Herausforderungen des heutigen Berufslebens gerecht zu werden: „Sich einmal Wissen anzueignen, reicht heute nicht mehr. Man muss sich in Zyklen von fünf bis sechs Jahren immer weiter orientieren.“ Dafür brauche es als flexible und ortsunabhängige Methode das Studium über das Internet.

Im Verbund mit anderen FHs wie der FH Kiel und der FH Westküste (Heide) bietet Lübeck Bachelor- und Masterstudiengänge an. Aber auch Weiterbildungsangebote wie Programmieren, Konfliktmanagement oder Rechnungswesen lassen sich für paralleles Lernen neben Beruf oder Schule wählen. Die Kurse zeichnen sich durch Videokonferenzen, Diskussionsforen, interaktive und multimediale Materialien aus. „Es ist ein ausgereifter Methodenmix für das Selbststudium, ermöglicht aber auch die Kommunikation mit den Lehrenden und anderen Studierenden“, erklärt Rolf Granow. Vor allem Berufstätige würden das Angebot nutzen, weil es zeitlich und örtlich flexibel ist. Für Bachelor- und Masterstudiengänge über Oncampus müssen Studierende den Semsterbeitrag und zusätzlich 78 Euro pro Kurs entrichten. Die Preise für einzelne Weiterbildungs-Module variieren.

Unter der Dachmarke Oncampus nutzten 2013 schon 11 600 Teilnehmer die Weiterbildungskurse und 3300 eingeschriebene Teilnehmer die ganzen Studiengänge. Das schafft die FH Lübeck nicht nur mit regionalen Partnern, sondern auch mit Hochschulen in ganz Deutschland. Aktuell sind im Verbund neun Hochschulen organisiert.

Deutschlandweit sind derzeit 400 der insgesamt 17 000 Studiengänge für das Fernstudium konzipiert. Das verrät ein Blick auf das Internetportal Hoschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz. Echte Studiengänge sind damit hierzulande noch rar. Rolf Granow ist sich sicher, dass sich das ändert. Durch die doppelten Abiturjahrgänge gebe es zurzeit einen Ansturm auf die Hochschulen. Die demografische Entwicklung zeige aber, dass sich das ändert. „Es ist gut, in einer solchen Umbruchsituation früh dabei zu sein.“

 

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erstellt am 05.Sep.2014 | 16:33 Uhr

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