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Netzwelt

08. Dezember 2016 | 23:11 Uhr

Beliebter als „Battlefield“ : Landwirtschafts-Simulator 2017 auf Platz 1 der Charts: Was das Spiel kann

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fans von Computerspielen wollen Bauer spielen. Der Landwirtschafts-Simulator verdrängt den Egoshooter „Battlefield“.

Führungswechsel an der Spitze der PC-Spiel-Charts: Nach den nervenaufreibenden „Battlefield 1“- Missionen suchen sich viele Computerspieler nun eine ruhigere Beschäftigung im Agrarsektor: Der Landwirtschafts-Simulator 2017 steht neuerdings an der Spitze Charts, ermittelt von GfK Entertainment. In dem Spiel managt man einen Bauernhof – mit schweren Arbeitsmaschinen und kaufmännischem Kalkül. shz.de hat den „LWS“ getestet:

Das Leben als Landwirt ist hart, das merkt der Spieler wenige Minuten nach dem Introfilm. Serienneulinge sollten unbedingt die Tutorial-Missionen meistern, andernfalls wird der reibungslose Ackerbau misslingen. Zunächst lernt der Spieler, mit einem einfachen Traktor seine Felder zu pflügen und zu bestellen. Nach der Ernte verkauft er seine Feldfrüchte, wobei die Preise saisonal schwanken und sich wirtschaftliche Klugheit auszahlt.

Denn Geld benötigt man in großen Mengen, und zwar für die Miete oder für den Kauf leistungsfähiger Fahrzeuge: Sprühwagen, Mähdrescher, Erntemaschinen sowie fette Traktoren von Massey Ferguson. Insgesamt sind 250 lizensierte Fahrzeuge verfügbar, was der Langzeitmotivation wohl bekommt.

Seitdem die Serie des Herstellers Astragon aus Mönchengladbach internationale Bekanntheit genießt, darf der Spieler Äcker in Russland und in Nordamerika bewirtschaften. Zusätzlich kümmert er sich um Waldstücke, die er mit forstwirtschaftlichen Maschinen rodet. Er päppelt Nutztiere, in dieser 2017er Version erstmals Schweine. Spielerisch ergibt sich kaum einen Unterschied, ob er die Borstentiere oder Rinder füttert.

Gleiches gilt für die Wahl der Spielfigur: Erstmals dürfen Frauen Platz nehmen auf dem Treckersitz, doch die Damen erledigen den Job genau so zuverlässig wie die Herren. Wie in allen Vorgänger-Versionen fehlt eine echte Kampagne, was sich bereits in den nicht-begehbaren Häusern niederschlägt: Hier dreht sich alles ums Geldverdienen, das Menschliche bleibt ausgesperrt.

Entsprechend verwundert es nicht, dass die Animationen der Figuren spröde wirken, eine verlässliche Kollisionsabfrage fehlt, sodass Traktoren über Pkw fahren, ohne Schaden anzurichten. Dafür drücken sich die dicken Trecker-Reifen in den Schlamm und hinterlassen ein sichtbares Muster. Die Landschaften sehen hübsch aus, insbesondere beim Sonnenuntergang lässt der Bauer gern den Blick über seine in Blüte stehenden Weizenfelder schweifen. Doch aus der Nähe wirken die Pflanzen und Scheunen wenig detailliert.

Das Treckerfahren, das einen Großteil der Spielzeit bestimmt, erfordert einige Einarbeitung. Insbesondere schwierige Manöver kosten eine Menge Nerven, etwa das Aufladen von Heuballen oder Baumstämmen. Die Steuerung dürfte in dieser Hinsicht gern ein wenig generöser funktionieren. Eine positive Neuerung stellt das Radio dar, dass der Bauer während der langweiligen Ackerei einschalten darf, um dann den gewünschten Sender zu wählen und bei Tempo zwölf genehme Musik zu hören.

Das Schweizer Entwicklerstudio Giants produzierte Versionen für Xbox One und PS4, Playstation-Ackerei zumindest gelingt auf gleiche solide Weise wie das Feldbestellen am PC.

Fazit: Der neueste „LWS“ präsentiert sich als dröge Simulation, die zwar mit Original-Fahrzeugen und vielseitigen Aufgaben protzt, doch das Menschliche der Landwirtschaft unter die Räder geraten lässt. 

Pro

 

+ 250 Original-lizensierte Fahrzeuge

+ Co-op-Mehrspielermodus

+ ansehnliche Fahrzeuge

+ frei wählbare Radiosender im Traktor

+ interessante Nebenmissionen

Contra

- schlechte Fahrphysik

- unzureichende In-Game-Hilfe

- keine echte Story

- leblose Bauernhöfe

- miserable Animationen

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erstellt am 07.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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