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Netzwelt

04. Dezember 2016 | 07:12 Uhr

Christiansens Netzwelt : Kultur zum Kleben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die polnische Post ehrt ein Computerspiel mit einer Sonderbriefmarke.

Briefmarken sind Zeitzeugen, Briefmarken geben einen Hinweis auf die Kultur des Landes, in dem sie herausgegeben werden. Mit dieser Begründung gibt das Bundesfinanzministerium jedes Jahr rund 50 Sondermarken heraus – da kommt dann für 2016 so etwas bei heraus wie eine Marke zur deutschen Science-Fiction-Kultserie „Raumpatrouille Orion“ oder – in Gedenken an die Brüder Grimm – zum Märchen vom Rotkäppchen.

Auch anderswo wird das so gehandhabt: Großbritannien setzt seit Jahrzehnten immer wieder auf seine Queen, so dass die lange Reihe der Sondereditionen Bild.de zum 90. Geburtstag von Elisabeth II. dazu veranlasste, ihr Leben in Briefmarken noch einmal nachzuerzählen. Und in Polen setzt man auf einen (un-)echten Nationalhelden. Hier wird dem Protagonist des Spiels „The Witcher 3“, Geralt von Riva, Platz auf einer Briefmarke eingeräumt – weil man mächtig stolz ist auf seinen Exportschlager. Die Videospiel-Serie habe Polen zu einem attraktiveren Wirtschaftsstandort gemacht, heißt es in der Begründung, die das Entwicklerstudio CD Projekt Red dazu bei Twitter veröffentlichte. Sogar bis ins Weiße Haus hat es Meisterhexer Geralt von Riva geschafft: 2011 überreichte der polnische Ministerpräsident eine Kopie von „The Witcher 2“ an US-Präsident Obama.

Verwundern dürfte eine solche Marke auch in Deutschland nicht: Bereits seit 2008 zählen Computerspiele offiziell zum deutschen Kulturgut. Genauso wie Musik, Film oder Literatur. Und so ein Moorhuhn würde sich auf einer Sonderbriefmarke ja auch ganz gut machen.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 12:49 Uhr

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