zur Navigation springen

Netzwelt

08. Dezember 2016 | 23:14 Uhr

Dreyklufts Netzwelt : Kongress „Web Summit“: Das Internet als Retter in der Krise

vom

Portugal wirbt beim „Web Summit“ um frisches Geld, kluge Ideen und junge Menschen. Ganz schön smart.

In Lissabon findet in diesen Tagen Bemerkenswertes statt. In Portugals Hauptstadt treffen sich sage und schreibe 53.000 Menschen aus Europa und Übersee, um über das Internet zu reden. Dazu muss man wissen: Lissabon ist keine Millionenmetropole, sondern hat selbst gerade einmal 540.000 Einwohner.

Die Stimmung in U-Bahnen, Altstadtkneipen und am Veranstaltungsort selbst, einem Messezentrum mit Konzerthalle, erinnert an kirchliche Großveranstaltungen mit Papst und Trara. Die ganze Stadt ist im Fieber des „Web Summit“, des Internet-Gipfels, einer Mischung aus Messe, Kongress und Treffpunkt zwischen Investoren und Unternehmen.

Der „Web Summit“ fand bis 2015 in Dublin statt, gegründet 2009 mit wenigen hundert Teilnehmern. Letztes Jahr, mit gut 40.000 Teilnehmern, fand Gründer Paddy Cosgrave, in Dublin sei die Qualität der Internetanbindung zu schlecht, die Hotels seien zu teuer und insgesamt habe die Stadt und habe das Land nicht mehr richtig Lust auf seine Veranstaltung.

<p>Hat den „Web Summit“ vor sieben Jahren ins Leben gerufen: Paddy
Cosgrave.</p>

Hat den „Web Summit“ vor sieben Jahren ins Leben gerufen: Paddy Cosgrave.

Foto: dpa
 

Lissabon sprang in die Bresche. Die digitale Wirtschaft und Internet-Start-ups sollen das Land am südwestlichen Rand Europas aus der Dauerkrise befreien.

„Portugals rettender Strohhalm“ sei der „Web Summit“, schreibt vielleicht etwas übertrieben die Deutsche Welle auf ihrer Website. Das Land hat seit 2008 rund ein Viertel seiner Wirtschaftskraft verloren, braucht dringend Ideen und Investments. Was liegt da näher, als in neue Branchen zu investieren und nicht in alte?

<p>So wirbt Portugal auf dem „Web Summit“ um Investoren.</p>

So wirbt Portugal auf dem „Web Summit“ um Investoren.

Foto: Joachim Dreykluft
 

Das Land bietet seine Elite auf. Premier António Costa kam persönlich zur Eröffnung. Dazu treten auf der frühere Fußballer Luís Figo und der frühere EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (inzwischen als Lobbyist in den Diensten der US-Investmentbank Goldman Sachs - auch das passt ja irgendwie hierhin).

<p>Ex-Fußballer Luis Figo beim „Web Summit“.</p>

Ex-Fußballer Luis Figo beim „Web Summit“.

Foto: Joachim Dreykluft

Was ich in Lissabon gelernt habe: Wenn es der Wirtschaft in einem Land oder einer Region nicht gut geht, wenn junge Leute und frisches Kapital und frische Ideen gebraucht werden, ist es eine sehr gute Idee, auf digitale Wirtschaft zu setzen und die Botschaft international zu verbreiten, Und das am besten laut, groß und selbstbewusst.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Nov.2016 | 19:02 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen