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Netzwelt

04. Dezember 2016 | 11:17 Uhr

Dreyklufts Netzwelt : Günther Oettinger wird endgültig gaga

vom

Der EU-Digitalkommissar Oettinger gilt als inkompetent. Jüngste Aussagen sind so aber nicht zu erklären.

Barbara Maas schrieb am Montag in ihrer Netzwelt-Kolumne darüber, dass es peinlich ist, wenn auf der re:publica ein Schüler den versammelten Erwachsenen erklärt, wie die App Snapchat funktioniert. Peinlich, aber auf eine knuffige Art auch vergnüglich.

Im Internet nachzuverfolgen ist eine andere re:publica-Peinlichkeit, die nicht vergnüglich ist: der Auftritt des EU-Kommissars für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger.

Dass Oettinger zusammenhanglos Buzzwords herunterrattert wie „Disruption“ oder „5G“ – geschenkt. Dass er nach wie vor kein Englisch kann und es dennoch ohne Not benutzt, wenn er „Glasfaser to the fabric“ (fabric=Stoff) sagt, wenn er „factory“ meint. Was soll’s. Dass er beim Stichwort „Verkehrsmanagement“ – es geht um Datenfluss –  davon faselt, dass es jetzt Autos gebe, die autonom fahren können. Peinlich, aber fast noch lustig.

Nicht mehr lustig ist eine Passage im Video bei Minute 23:10: „Ich würde nicht für den Start-up vorschlagen, dass er gleich die Vorgaben der Commerzbank erfüllen muss. Ein Start-up, der eine App in der Finanzwirtschaft anbietet, soll die ersten Jahre regelfrei sein. Wenn er aber mal ein großer wird, irgendwann muss er sich den Regeln des Steuerrechts, des Arbeitsrechts, des Bankenrechts, des Eigenkapitalrechts stellen. Aber nicht in den ersten Jahren.“ 

Dieser Satz macht mich sprachlos. Oettinger spricht sich also allen Ernstes für Jungunternehmen aus, die keine Steuern zahlen, Sozialversicherungsbeiträge hinterziehen, Anleger übers Ohr hauen und bei denen Insolvenzstraftaten toleriert werden?

Das sagte er auch noch: „Ich erwarte schon ein bisschen, dass Sie mir auch zutrauen, mein Amt auszufüllen.“. Nein, tu ich nicht.

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erstellt am 10.Mai.2016 | 17:36 Uhr

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