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Netzwelt

03. Dezember 2016 | 20:52 Uhr

Alphabet-Konzern : Google stellt „Project Ara“ ein - Ende für modulares Smartphone

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Akku, CPU, Kamera - die Komponenten sollten beim „Project Ara“ einzeln austauschbar sein. Das Ziel: längere Lebensdauer.

Google beerdigt die Idee vom Baukasten-Smartphone – das „Project Ara“ ist offenbar Geschichte. Drei Jahre lang wurde an der Entwicklung eines modularen Smartphones gearbeitet, noch im Mai hieß es bei Googles Entwickler-Konferenz I/O, im Herbst werde es eine Entwickler-Version des Geräts geben. Jetzt ist Herbst – aber das Unternehmen will nicht mehr investieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Das „Project Ara“ ereilt ein ähnliches Schicksal wie die Brille „Google Glass“, die mit viel Euphorie erwartet und in einer Testphase an Entwickler verkauft wurde – aber nie Marktreife erreichte. Im Alphabet-Konzern, zu dem auch Google gehört, wird unter anderem auch an selbstfahrenden Autos und riesigen Ballone gearbeitet, die abgelegene Gegenden mit Internet versorgen sollen („Project Loon“).

Die charmante Urspungsidee des modularen Smartphones: Das Gerät sollte aus verschiedenen Modulen bestehen – so sollte die Lebensdauer des Smartphones verlängert werden. Eine Kamera mit einer niedrigen Auflösung oder ein schwacher Akku wären dann kein Grund mehr für einen Neukauf.

Seit der ersten Präsentation auf der Google I/O 2014 wurden Pilotprojekte in Puerto Rico und in den USA angekündigt (es blieb dabei) – und das Konzept verwässert. Die wesentlichen Funktionen sollten jetzt doch fest verbaut sein, hieß es im Mai: Batterie, Hauptprozessor (CPU), Grafikeinheit, Sensoren, Hauptdisplay, Antennen, Sensoren. Der Traum vom ressourcenschonenden Smartphone – geplatzt. Zugunsten eines Lifestyleprodukts, das sich an verschiedene Nutzungssituationen anpassen sollte.

Der letzten Tweet wurde auf dem Twitter-Profil von „Project Ara“ nach der Entwicklerkonferenz abgesetzt. Seitdem: Funkstille.

Auch wenn Google nicht mehr an ein Puzzle-Smartphone glaubt, gibt es inzwischen Alternativen. Das Fairphone 2 kann der Nutzer immerhin komplett zerlegen und wieder zusammensetzen. Das Display ist sogar ganz ohne Werkzeug austauschpbar. Und das finnische Startup Circular hat das PuzzlePhone entwickelt, das aus drei Komponenten besteht, von denen zwei ausgetauscht werden können. Eigentlich sollten die ersten Geräte in diesem Herbst fertig sein. Es gebe aber Verzögerungen, heißt es auf der Website. Der Grund seien keine technischen Probleme, sondern finanzielle.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 12:04 Uhr

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