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Netzwelt

03. Dezember 2016 | 22:48 Uhr

Maas' Netzwelt : Google baut Smartphone-Index - die Zwei-Klassen-Suchmaschine

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Google entwickelt einen Such-Index nur für Smartphones. Wird so das Ende des Desktops eingeläutet?

Es gibt viele Hinweise darauf, dass das mobile Internet unsere Lebenswirklichkeit grundlegend verändert – und gekommen ist, um zu bleiben. Einen hat in dieser Woche Google geliefert. Das Unternehmen will eine eigene Suchmaschine für Smartphones entwickeln. Wie genau der neue Suchindex funktionieren soll und ob er zum Beispiel nur Seiten enthält, die für Smartphones optimiert wurden, sei unklar, berichten Tech-Blogs wie ubergizmo.de. Auch auf die Frage nach dem „Wann“ antwortete Gary Illyes, Webmaster Trends Analyst bei Google, während seines Vortrags bei der Digital-Marketing-Konferenz Pubcon in Las Vegas einigermaßen nebulös: „In mehreren Monaten.“

Ein Punkt ist aber klar – und bezeichnend: Der Desktop-Index wird als sekundärer Index weniger aktuell sein als der mobile. Wie stark sich die beiden Suchmaschinen am Ende tatsächlich unterscheiden werden, steht allerdings noch in den Sternen. Eine merkliche, vielleicht für den Nutzer sogar schmerzliche Differenz im Algorithmus könnte sogar für Ärger sorgen. Denn Mobile liegt bei der Google-Nutzung zwar inzwischen vorn – aber die Suche über einen Desktop ist nach wie vor wichtig für das Internet-Unternehmen. Trotzdem: Die Prioritäten und die Richtung sind klar.

Da passt auch ins Bild, dass Google seinen Browser Chrome sparsamer beim Speicherverbrauch machen will. Der ist als Leistungsfresser verrufen – was natürlich gerade bei der Nutzung auf Smartphone und Tablet eher unglücklich macht. Nach ersten Tests der Entwickler benötigt die neueste Version Chrome 55 für die Darstellung beliebter Websites vor allem auf Geräten mit wenig Hauptspeicher deutlich weniger Arbeitsspeicher. Als Beispiele nennen die Entwickler soziale Netzwerke, Nachrichtenportale und Youtube. Die Seite der New York Times soll etwa künftig nur noch 18 MByte statt wie im aktuellen Release Chrome 53 mehr als 50 MByte benötigen.

Schon vor einem Jahr haben einige Experten begonnen, den Tod des Smartphones zu prognostizieren. Dabei ist noch so viel zu tun – das hat zumindest Google erkannt.

 

 

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erstellt am 17.Okt.2016 | 15:49 Uhr

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