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Netzwelt

10. Dezember 2016 | 06:04 Uhr

Übernahmekandidat : Google, Ballmer, sogar Disney: Alle wollen angeblich Twitter kaufen

vom
Aus der Onlineredaktion

Twitter-Gründer Jack Dorsey sitzt im Aufsichtsrat von Disney. Daraus könnte ein Milliardendeal werden.

Bei Twitter kommt Schwung auf: Laut US-Medienberichten stehen potenzielle Käufer gerade Schlange.

Aber mit Twitter ist das so eine Sache: Das Netzwerk gilt als Unternehmen der verpassten Chancen. Die Nutzerzahl stagniert bei etwa 300 Millionen. Als Massenmedium, bei dem die Nutzer aktiv untereinander kommunizieren, hat sich Twitter nie etabliert. Die 140-Zeichen-Beschränkung gilt bei Fans als essenziell, bei Skeptikern aber als Hemmschuh (Twitter hat jüngst angefangen, die Grenze aufzuweichen).

Twitter hat unter den Sozialen Netzwerken eine besondere Stellung. Es ist etabliert und wichtig, wächst aber kaum noch und fällt im Vergleich zur Dynamik von Facebook deutlich ab. Ein neuer Eigner könnte Schwung bringen und den Wettbewerb auch etwa zu Youtube oder Snapchat anfachen. Der Schlüssel dazu liegt beim Thema Bewegtbild.

Andererseits: Twitter hat so viele aktive Promis unter den Nutzern wie kein anderes Netzwerk. Wenn Politiker, Künstler, Sportler der Welt etwas mitteilen wollen, ist Twitter Mittel der Wahl.

 

Und: Twitter ist innovativer als sein Ruf. Live-Streaming von Videos ist nicht zuletzt durch die Twitter-Plattform Periscope so beliebt geworden, dass Facebook gezwungen war, mit einem eigenen Angebot nachzuziehen. Dass Twitter Livestreaming ernst meint, hat das Netzwerk zuletzt bei Wimbledon gezeigt.

Nun ist ein Bieterwettkampf um Twitter entbrannt, dass den Preis den Unternehmens massiv in die Höhe getrieben hat. Auf mehr als 23 Dollar ist die Aktie gestiegen, von nur 18 Dollar vor einer Woche (plus 28 Prozent). Das entspricht aktuell ungefähr 16 Milliarden Dollar oder knapp 15 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das ist ziemlich genau der Börsenwert der Deutschen Bank.

Der Grund für die Kurssteigerung bei Twitter: Erst kamen Berichte, die Google-Muttergesellschaft Alphabet plane ein Angebot, der Softwareanbieter Salesforce und auch Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer gemeinsam mit dem Saudi-Prinzen Alwaleed bin Talal. Nun kommt ein möglicher weiterer Bieter dazu: Disney.

Das berichtet zumindest die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Bloomberg genießt an der Wall Street einen exzellenten Ruf und gilt als absolut glaubwürdig.

Jack Dorsey, Gründer von Twitter, sitzt im Aufsichtsrat von Disney. Twitters Bewegtbildoffensive passt in die Strategie von Disney mit seinen Fernsehsendern. Allerdings: Twitter wäre für Disney ein extrem teurer Zukauf. Lucasfilm etwa mit all den Rechten an Star Wars, hat 2012 4 Milliarden Dollar gekostet.

 

 

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erstellt am 27.Sep.2016 | 10:21 Uhr

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