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Netzwelt

24. März 2017 | 15:01 Uhr

Matthies’ Netzwelt : Google auf Familienfang

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Über die neue App „Family Link“ können Eltern das Nutzerverhalten ihrer Kinder steuern.

Eltern wollen wissen, was ihre Kinder machen - Google sagt es ihnen. Das ist nicht neu, doch: Mithilfe von Google können Eltern nun auch das Nutzerverhalten ihres Nachwuchs beeinflussen. Möglich macht das die neue App „Family Link“.

Eltern können über den Dienst checken, welche Apps ihre Kinder nutzen, sie können den Zugriff etwa auf den Play Store, Maps oder auch die Google Suche erlauben oder ablehnen. Sie können auch regeln, wie lange und zu welcher Uhrzeit, ihre Kinder Apps von Google nutzen können. Alles was Eltern dafür tun müssen, ist, ihren Kindern, ein Google-Konto anzulegen. Das ist perfides Marketing.

Gewiss: Aus Kinderschutzgründen ist die Kontroll-App sinnvoll. Schließlich wird so verhindert, dass die Zöglinge sich durch die Nacht googlen oder Apps nutzen, die ihrem Alter nicht angemessen sind, sprich: die sie noch gar nicht benötigen. Explizit richtet sich die App an Eltern von Kindern, die unter 13 Jahre alt sind.

Sicher ist aber auch, dass Google sich auf die Suche nach neuen Nutzern macht und durch die App zur Zugriffsverweigerung, selbst Zugriff auf seine jüngste Zielgruppe bekommt. Und das mit Hilfe der Eltern, die ja eigentlich mehr Kontrolle gewinnen wollen, langfristig wahrscheinlich jedoch Kontrolle abgeben. Dafür gerät die ganze Familie in die Google-Fänge. Und statt Hausarrest drohen Eltern ihren Kindern dann mit Google-Arrest.

Man könnte das Ganze übrigens auch umdrehen. Wie wäre es denn, wenn Google mal eine App entwickelt, über die Kinder, das Nutzerverhalten ihrer Eltern steuern können?

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erstellt am 21.Mär.2017 | 10:55 Uhr

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