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Netzwelt

08. Dezember 2016 | 21:13 Uhr

Google Android im Visier der EU

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die EU-Kommission wirft Google vor, mit seinem Android-System den Wettbewerb im Smartphone-Markt zu behindern. Bereits vor einem Jahr hatte die Behörde erste Ermittlungen eingeleitet.

Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Geräten mit integrierten Diensten des Konzerns zwingend auch die Google-Suche und den Web-Browser Google Chrome vorinstallieren müssten. Außerdem werde Anbietern von Smartphones mit Google-Diensten verboten, gleichzeitig auch Geräte mit abgewandelten Android-Versionen zu verkaufen. Zusätzlich biete der Konzern Herstellern und Mobilfunk-Betreibern finanzielle Anreize dafür, dass sie ausschließlich die Google-Suche auf den Geräten vorinstallieren.

Die Kommission sei besorgt, dass Googles Verhalten Verbrauchern geschadet habe, weil der Wettbewerb gebremst worden sei, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager gestern in Brüssel. „In Europa kann man dominant sein – aber man darf seine dominierende Marktposition nicht missbrauchen.“ Der Konzern widersprach, sein Betriebssystem fördere hingegen die Vielfalt im Mobilfunk-Markt. „Android hat zur Entstehung eines breiten und vor allem nachhaltigen wirtschaftlichen Ökosystems geführt, das auf Open-Source-Software und offener Innovation basiert“, erklärte Google-Vizepräsident Kent Walker.

Android ist das meistbenutzte Smartphone-System der Welt. Die Google-Software läuft auf über 80 Prozent der derzeit verkauften Geräte.

Die Software wird bei Google entwickelt und Geräteherstellern kostenlos zur Verfügung gestellt. Wenn Hersteller Google-Dienste wie Karten oder E-Mail auf ihren Geräten anbieten wollen, müssen sie ein Paket aus elf Apps des Internet-Konzerns auf den Geräten vorinstallieren, die nicht gelöscht werden können. Google erklärt diese Anforderung damit, dass die verschiedenen Dienste Daten untereinander austauschen müssten, um wirklich nützlich zu sein. Die Verbraucher könnten aber auch uneingeschränkt Apps anderer Anbieter nutzen.

Aus Sicht der Kommission verfolgt Google das Ziel, mit Hilfe von Android seine marktbeherrschende Stellung bei der allgemeinen Internetsuche auszubauen. „Unsere bisherigen Ermittlungen lassen darauf schließen, dass Google durch sein Verhalten den Verbrauchern eine größere Auswahl an mobilen Anwendungen und Dienstleistungen vorenthält(...)“, sagte Vestager.

Die Kommission verschickte jetzt in diesem Fall offizielle Beschwerdepunkte an den US-Konzern. Dieser kann sich nun zu den Bedenken äußern. Fällt eine Entscheidung, droht Google ein Bußgeld von bis zu 10 Prozent eines Jahresumsatzes.

In dem seit Jahren andauernden Kartellverfahren, wirft die Kommission Google ebenfalls vor, bei der Shopping-Suche eigene Angebote zum Nachteil von Konkurrenten zu bevorzugen.

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erstellt am 20.Apr.2016 | 11:36 Uhr

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