zur Navigation springen

Netzwelt

10. Dezember 2016 | 21:34 Uhr

Lorenz’ Netzwelt : Geliebte Überwachung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aktientipps aus Twitter-Beiträgen? In China hilft Software beim Geldanlegen.

Software-Überwachung genießt keinen sonderlich guten Ruf. Zumindest nicht in Deutschland. Natürlich: die NSA-Affäre, Edward Snowden, der Bundestrojaner, das Handy der Kanzlerin. In anderen Ländern stehen die Menschen der Überwachung mitunter weitaus offener gegenüber.

Ein Beispiel dafür ist China. Die Überwachung der Volksrepublik ist berüchtigt. So mancher Bürger scheint sich inzwischen aber von den staatlichen Methoden inspiriert zu fühlen – mit bemerkenswerten Ergebnissen. Wei Xiaoyong ist einer dieser Bürger. Wei arbeitet an der Sichuan-University in Chengdu – und nutzt in seinen Vorlesungen eine Gesichtserkennungssoftware. Sind die Studenten vom Unterricht angetan oder gelangweilt? Die Software kennt die Antwort. Während der Vorlesung lässt Wei die Gesichter seiner Zuhörerschaft scannen und von seiner Software auswerten. Der Professor verspricht sich offiziell vom Gesichter-Scannen Erkenntnisse darüber, welche Unterrichtsmethoden funktionieren. Ursprünglich sollte das Programm übrigens nur die Anwesenheit der Studenten kontrollieren. Datenschützer und Netzaktivisten hierzulande dürften so oder so ins Grübeln kommen.

Doch auch wer im „Reich der Mitte“ nur mal eben mit Aktien reich werden will, weiß dafür inzwischen Überwachungsmethoden für sich zu nutzen. Zunehmend verbreiten sich dort Dienstleister, die mit Software das chinesische Twitter, Weibo, und andere soziale Netzwerke durchkämmen. Aus Beiträgen der Nutzer ermittelt die Software Kaufempfehlungen. Sollte sich das rechnen, dürfte so mancher Niedrigzins-Geplagte auch hierzulande Gefallen an der Überwachung finden.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Sep.2016 | 13:43 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen