zur Navigation springen

Netzwelt

08. Dezember 2016 | 10:59 Uhr

Spiele-Messe in Köln : Gamescom: Großer Spiele-Rummel am Rhein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Große Games und neue Spielewelten: Zur Gamescom in Köln werden wieder Hunderttausende erwartet.

Abermals vergrößerten die Veranstalter die Ausstellerfläche, abermals sind die Eintrittskarten Wochen vor dem Messe-Start ausverkauft: Vom 18. bis 21. August lärmt, flackert und tost es in den Kölner Messehallen, wenn sich Hunderttausende Besucher der Gamescom entlang der Stände von rund 800 Ausstellern drängen. In den Halle 6 bis 9 sind die großen Klopper zu sehen, etwa „Mafia 3“ von 2K Games, „Watch Dogs 2“ von Ubisoft und „Dishonored 2“ von Bethesda. Sony zeigt seine originellen Abenteuerspiele wie „Horizon: Zero Dawn“, Electronic Arts die neueste Version seiner Dauerbrenner „Fifa“ und „Battlefield“. Interessanter sind die Spiele ohne Ordnungsnummer im Namen, etwa die beiden Ritterspiele „Kingdom Come“ und „For Honor“, die erstaunlich präzise Schwertkämpfe erlauben. Und die Hamburger Firma Daedalic wird als einer der bemerkenswertesten deutschen Spiele-Hersteller seine neuesten Adventures vorführen, etwa „Silence“ und „The Long Journey Home“, die, anders als noch vor wenigen Jahren, selbstverständlich für PC sowie PS4 und Xbox One erscheinen.

Diese beiden Konsolen-Systeme sind etabliert, anders sieht es aus mit den verschiedenen Virtual-Reality-Systemen. Die Hersteller von Oculus Rift und HTC Vive haben ihre Produkte in diesem Jahr veröffentlicht, seither erscheinen in kurzen Intervallen neue VR-Spiele. Auf der Gamescom kann jeder Besucher ausprobieren, wie es sich anfühlt, mit VR-Brille, Kopfhörer und einem frei beweglichen Eingabegerät durch den virtuellen Raum zu spazieren – oder zu fliegen, wie in Ubisofts „Eagle Flight“. Mit „Tekken 7“, „Resident Evil 7“ und „Gran Turismo Sport“ sind bereits einige Big-Budget-Spiele in Arbeit, die man mit virtuellem Rundumblick erleben kann.

Allerdings erscheinen eben diese Titel nicht für Rift und Vive, sondern für PlayStation VR, das Sony im Oktober als Erweiterung für seine Playstation 4 an den Handel ausliefern wird. Für moderate 400 Euro wird Sony das angenehm auf dem Kopf sitzende Gerät verkaufen und gleich zu Beginn eine Bibliothek mit mehreren Dutzend Spielen anbieten. Da sich allein in Deutschland die PS4 mehrere Millionen Male verkauft hat, dürfte Sonys VR-Set der Technik zum Durchbruch verhelfen – nicht zuletzt weil die Konkurrenzsysteme eines leistungsfähigen Windows-PCs bedürfen, der PS4-Besitzer indes neben Playstation VR keine weitere Technik braucht, um Playstation-VR-Spiele zu genießen.

Konkurrent Microsoft kann hier abermals nicht mithalten, das Unternehmen präsentiert in puncto Hardware nur eine kleinere Version seiner Xbox One. Und der japanische Traditionskonzern Nintendo wird wohl ebenfalls in Köln keine neue Hardware präsentieren, obwohl bereits jetzt feststeht, dass Nintendo die unter dem Codenamen NX bekannte Mixtur aus stationärer und mobiler Konsole im kommenden März zu veröffentlichen gedenkt. Immerhin zeigen die Japaner ihr neues Zelda-Spiel namens „Breath of the Wild“, das wohl zeitgleich mit der NX erscheinen wird.

In Halle 10 können sich Jugendliche kundig machen, welche Berufe in der Games-Branche angeboten werden. Hochschulen und der Branchenverband BIU informieren über Ausbildung und Studiengänge und geben Tipps, wo interessierte junge Menschen Praktika ergattern. So hilft die Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) dabei, sich um eine Stelle im Ausland zu bewerben – immerhin ist Deutschland zwar ein Games-Wachstumsmarkt, doch die Zahl der Beschäftigten ist mit rund 16  000 gering im Vergleich mit Großbritannien, Frankreich, Kanada und den USA. Gleich nebenan, in Halle 10.1, befindet sich die „Indie Arena“, wo man mit rund 60 Studios in Kontakt treten kann und aus erster Hand erfährt, wie das Leben eines typischen Entwicklers beschaffen ist.

Bewährt hat sich der Familienbereich family & friends, wo sich Eltern über das Hobby ihrer Kinder schlau machen und erfahren, welche Maßnahmen sie am besten bei chronischer Spielsucht ergreifen, oder wie sie die Liebe ihres Nachwuchses zur Daddelei in geregelte Bahnen lenken. Alternativ versucht man sich an einem Skate-Workshop oder spielt gemischt gemischt analog und digital Tischtennis mit dem Programm Headis. Immerhin ist die Gamescom, laut BIU-Geschäftsführer Maximilian Schenk, „nicht einfach eine Games-Messe, sondern ein 360-Grad Event“, was lustig klingt, doch angemessen im Hinblick auf die VR-Dominanz.

> Die Messe ist für alle Besucher vom 18. bis 21. August geöffnet, laut Messeleitung sind alle Tageskarten ausverkauft. Ab 14 Uhr sind möglicherweise noch Nachmittagskarten für je 7 Euro erhältlich.
 

zur Startseite

von
erstellt am 08.Aug.2016 | 11:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen