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Netzwelt

10. Dezember 2016 | 04:03 Uhr

Christiansens Netzwelt : „Freedom 251“: Ein Smartphone für 3,30 Euro

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach monatelangem Hin und Her bringt eine indische Firma erste Exemplare ihrer Billig-Geräte auf den Markt.

Internet für alle – das klingt nach einer Supersache. Das dachte sich auch Facebook und testete in der vergangenen Woche erfolgreich seine Drohne „Aquila“. Sie soll Internet in die entlegensten Ecken der Erde bringen – aber eben nur das Internet, das Facebook den Menschen dort zeigen will. Bei der indischen Regulierungsbehörde kam das Projekt nicht gut an und wurde abgelehnt.
Etwas anders – wenn auch mit deutlich mehr Startschwierigkeiten – ergeht es der indischen Firma Ringing Bells mit ihrer Vision, Smartphones für jedermann zu produzieren. Nur umgerechnet 3,30 Euro sollen die „Freedom 251“ getauften Geräte kosten. Wie kann das gehen?

Kann es eigentlich gar nicht: Ein Gerät müsste um die 30 Euro kosten, damit das Unternehmen keine Verluste einfährt, hatten Experten ausgerechnet. Die Frage, wie man den Preis trotzdem halten will, blieben die Hersteller lange schuldig, genauso wie einen endgültigen Liefertermin oder einen Prototypen (bei einer ersten Vorstellung hatten die Macher das Logo eines älteren Modells einer anderen Marke einfach überklebt) – nicht gerade vertrauenerweckend.

Doch in den letzten Tagen wurden erste Versprechen eingelöst: Eine BBC-Reporterin konnte ein Modell testen („Es scheint wie ein normales Smartphone zu funktionieren.“), und die ersten 5000 Smartphones wurden ausgeliefert. Finanziert werden soll das Ganze durch Werbung und Geld von Entwicklern, die dafür bezahlen, dass deren Apps auf den Geräten vorinstalliert werden. Und durch Fördergelder von offizieller Stelle wie der Regierungsinitiative „Make in India“. Die Behörden sehen in dem Projekt scheinbar keinen Verstoß gegen die (Netz-)Neutralität wie bei Facebooks Internet-Initiative.

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erstellt am 26.Jul.2016 | 10:55 Uhr

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