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Netzwelt

07. Dezember 2016 | 11:38 Uhr

Fast Food fürs Smartphone

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Burger und Süßigkeiten können süchtig machen – Apps auch. In beiden Fällen ist das kein Zufall.

Smartphone-Sucht. Das klingt für eine Person, die digitalen Fortschritt faszinierend findet, verschwörungstheoretisch. Ich sage: „Ich könnte jederzeit damit aufhören.“ Und muss lachen. Aufhören? Nein.
Das Gerät selbst ist nicht einmal der größte Suchtfaktor – das erledigen Apps. Wer stundenlang im Facebook-Feed immer weiter nach unten scrollt, kennt das. Oder wer einen Endorphin-Rausch erlebt, weil 72 Herzen unter einem Instagram-Foto kleben. Das alles ist kein Zufall, erfahre ich in einem Artikel des US-Magazins „The Atlantic“. Wir sind nicht süchtig, weil wir willenlose Zombies sind. Wir sind süchtig, weil die Konzerne das so wollen. Das sagt Tristan Harris. Er hat an der Elite-Uni Stanford gelernt, wie es funktioniert – im „Persuasive Technology Lab”.
So, wie McDonalds Zucker in seine Burger streut, spielen die Entwickler mit sozialen Bedürfnissen. „Likes“, Herzen, Follower – in diesem Belohnungssystem wissen wir nie genau, wann der nächste Kick kommt. Aber wir tun vieles dafür. Und in den Newsfeeds gibt es immer noch mehr. Und jetzt? Harris und andere fordern einen „hypokratischen Eid“ für App-Entwickler. Sein Tipp für den Übergang: die Apps umsortieren. Auf meinem Homescreen blinkt jetzt keine Benachrichtigung mehr in forderndem Alarm-Rot.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 11:35 Uhr

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