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Netzwelt

03. Dezember 2016 | 05:44 Uhr

Dating-App : Fake-Profile bei Lovoo: Razzia in Dresden und Berlin

vom

Im vergangenen Jahr stritt das Unternehmen die Betrugsvorwürfe ab, mit gefälschten Profilen zahlende männliche Kunden zu täuschen. Jetzt wurden die Firmenräume von der Polizei durchsucht.

Dresden | Nach den Betrugsvorwürfen aus dem vergangenen Jahr hat die Polizei am Mittwoch die Geschäftsräume des Dating-Portals Lovoo in Dresden durchsucht. Das Unternehmen stehe im Verdacht, in großem Stil gefälschte weibliche Profile eingesetzt zu haben, um kontakt- und zahlungswillige männliche Kunden anzulocken, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Es lägen auch drei Haftbefehle vor. Gegen wen sie gerichtet sind und ob sie vollstreckt wurden, sagte er nicht. Laut „Bild“-Zeitung wurden die beiden Firmengründer festgenommen.

Dating-Apps wie Lovoo sind sehr erfolgreich. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass ein soziales Netzwerk in Verdacht geriet Fake-Profile zu kreieren, um damit zahlungswillige Nutzer zu locken wie der Fall Ashley Madison zeigt.

Die Durchsuchung der Firmenräume in einer großen Dresdner Einkaufsstraße dauerte am frühen Nachmittag noch an. Beamte in Zivil trugen Kartons aus den Büros, vor dem Gebäude standen Einsatzwagen. Die Staatsanwaltschaft kündigte eine Erklärung im weiteren Tagesverlauf an.

Lovoo hat nach eigenen Angaben mehr als 50 Millionen Nutzer weltweit und bezeichnet sich selbst als „das am schnellsten wachsende Netzwerk zum Kennenlernen neuer Menschen“. Fast 200 Mitarbeiter seien in Dresden und Berlin beschäftigt.

Die Betrugsvorwürfe, die das Unternehmen bestreitet, waren im September vergangenen Jahres bekanntgeworden. Die IT-Fachzeitschrift „c't“ hatte berichtet, dass ihr zugespielte Daten auf eine groß angelegte Fälschung weiblicher Nutzerprofile bei Lovoo schließen lasse. Männer, die Kontakt gesucht hätten, seien so in die Kostenfalle gelockt worden.

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erstellt am 08.Jun.2016 | 16:45 Uhr

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