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Maas’ Netzwelt : Facebooks bösester Button

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jahrelang verweigerte Facebook seinen Nutzern das „Gefällt mir nicht“. Jetzt wird es getestet.

Seit es den „Like“-Button bei Facebook gibt, fordern die Menschen im Netzwerk einen für „Dislike“ – den Daumen nach unten. Das ist konsequent: Licht und Schatten, Sonne und Regen, „Gefällt mir“ und „Gefällt mir nicht“. Jahrelang ignorierten Mark Zuckerberg und sein Konzern diesen Wunsch.

Selbst als vor etwas mehr als einem Jahr „Reactions“ eingeführt wurden, fehlte der „Dislike“-Button. Ich kann seither mit Emojis zeigen, dass ich wütend bin und dass ich etwas lustig finde. Auch den Daumen nach oben gibt es immer noch. Etwas ablehnen kann ich auf Facebook nur in Worten. Bis jetzt.

Facebook experimentiert nämlich mit dem Daumen-runter-Knopf – zumindest im Messenger. In US-Testversionen wurde der unheilvoll gesenkte Daumen entdeckt, ob und wann er in Deutschland auftaucht, ist fraglich. Facebook selbst sieht den Button eher als eine Art „Nein“ in Diskussionen.

Facebooks Ablehnung der Ablehnung hatte eigentlich einen Grund: „Es sollte keinen Wahlmodus zwischen gut und schlecht geben, deshalb bauen wir den Dislike-Button nicht. Das hätte keinen sozialen Wert für unsere Community“, sagte Mark Zuckerberg noch während einer Fragestunde im Dezember 2014. Das Netzwerk will also nicht negativ sein, sondern ein Ort der Unterstützung und Ermunterung. Was angesichts einer Realität voller Hate Speech, die bis hin zu Morddrohungen reicht, irgendwie niedlich wirkt. Ob der Konzern nach der Einführung des Buttons Zeit auf die Hassbotschaften verwendet? Ich habe einen kleinen Rest Hoffnung. Vielleicht ist auch das niedlich.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 09:45 Uhr

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