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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 12:43 Uhr

Christiansens Netzwelt : Facebook sucht Freunde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Netzwerk verliert aktive Nutzer – und besinnt sich anscheinend wieder auf seine Ursprünge.

„Guten Morgen, Anja“ – so wie mich einst mein altes Handy morgens nach dem Anschalten begrüßte, sendet mir jetzt Facebook einen – an die jeweilige Tageszeit meines Besuchs angepassten – Gruß. Für mich ist das nervig. Ich möchte Inhalte: Welche Quatschmeldung schickt „Der Postillon“ heute wieder in die Weiten des sozialen Netzwerks? Welche Nachrichten beschäftigen die Gemeinde heute besonders? Welche lesenswerte Beiträge haben meine Freunde wieder im Netz aufgetan? Danach, meine einjährige Facebook-Freundschaft mit irgendjemandem zu feiern, steht mir selten der Sinn – und wenn Facebook mir dieses Jubiläum noch so prominent unter die Nase hält.

Ich glaube, ich wurde verwirrt – und zwar von Facebook selbst. Zu viel wollte man zur selben Zeit sein: soziales Netzwerk, Nachrichtenseite, Videoplattform, Veranstaltungskalender und, und, und. Meiner Nutzung ist das Kumpelhafte abhanden gekommen.

Und jetzt sollen wir Mitglieder die Plattform wieder persönlicher machen. In den USA testet Facebook an Nutzern seines Messengers eine neue Funktion, berichtet Mashable: Ihnen wird neuerdings angezeigt, worüber ihre Freunde gerade reden – sprich: was sie so an wichtigen und unwichtigen – aber persönlichen – Dingen posten. Und Facebook will, dass die Nutzer antworten, liken (am besten mit einer Emotion reagieren, statt nur dem Daumen nach oben), teilen und es den Freuden gleichtun.

Aber Facebook macht das nicht, um im bösen Internet (wir erinnern uns: Darknet, Hatespeech und so) eine Wohlfühl-Oase zu schaffen. Der US-Konzern gerät langsam unter Zugzwang. Laut dem „Social Media Atlas 2015/2016“ sind von allen Social-Media-Nutzern in Deutschland in 2015 nur noch 34 Prozent aktiv gewesen (58 Prozent in 2012). Dabei sind genau diese persönlichen Daten das Pfund, mit dem Facebook gegenüber Dritten wuchern konnte.

Aber alles auf einmal geht eben nicht. Nachrichten oder Kumpelei – du musst dich schon entscheiden, Facebook. Vielleicht wollen die Nutzer dann auch wieder mit dir spielen.

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erstellt am 05.Sep.2016 | 11:39 Uhr

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