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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 10:40 Uhr

Fligges Netzwelt : Facebook, Ashley Madison & Co – Die Invasion der Chatbots

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Tausende Chatroboter verrichten ihren Dienst in der Nachrichten-App von Facebook.

Es ist eine erstaunliche Zahl: Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Callcenter mit 11.000 Service-Agenten. Jeder einzelne beantwortet unablässig eingehende Anfragen über das Telefon. Da klingeln die Ohren. Die „Agenten“, die in Facebooks Messenger aktiv sind, verhalten sich zum Glück lautlos. Das Netzwerk gab bekannt, dass bereits über 11.000 Bots über die Chat-App ihren Dienst verrichten – also kleine Programme, denen man wie echten Menschen Fragen stellen kann.

Es gibt Bots, die den passenden Film empfehlen oder ein gutes Buch. Ja, sogar Bots, die den Traumjob finden sollen, stehen bereit. Die Nachricht formuliert man einfach als Frage – etwa: „Gibt es freie Stellen als Ingenieur in Kiel?“ Das funktioniert je nach Entwickler besser oder schlechter. Und führt erneut dazu, dass es Facebook gelingen wird, seine Nutzer im eigenen Netzwerk und zu halten, statt an Google oder anderen Webseiten zu verlieren.

Dass Bots, die ja eigentlich nur als Programmzeilen bestehen, täuschend menschlich wirken können, zeigt der Fall des Seitensprung-Portals „Ashley Madison“. Wie die kanadischen Betreiber zugeben mussten, wurden auf der Dating-Website noch bis ins vergangene Jahr Bots eingesetzt, die sich als attraktive Frauen ausgegeben haben. Hintergrund: Auf dem Portal zahlt, wer Nachrichten schreiben will.

Zurück zu Facebook: Die Zahl der Chatbots wird von der Zahl der Entwickler übertroffen. 23.000 Menschen haben sich registriert, um Facebooks Werkzeuge für den Bot-Bau zu nutzen – darunter sicher der ein oder andere Teenager, der nicht mit Service-Gedanken an die Arbeit geht. Anleitungen für den eigenen Chatbot gibt es auch. Die muss man allerdings selber lesen. Ein Bot, der Bots baut, ist jedenfalls nicht bekannt. Auch ein Bot, der Kolumnen schreibt, war vor Redaktionsschluss nicht zu finden.

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erstellt am 06.Jul.2016 | 19:14 Uhr

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