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Netzwelt

11. Dezember 2016 | 07:17 Uhr

Optical Character Recogition : Erkennungstechnik – Wie Smartphones lesen lernen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Augmented Reality ist in aller Munde – und findet bereits Anwendung auf vielen Smartphones. Neben Spielen gibt es aber auch ernsthafte Anwendungsmöglichkeiten.

Seit der Spiele-App „Pokémon Go“ ist Augmented Reality populär. Doch nicht nur Spiele lassen sich mit der Technik umsetzen, sondern auch ernsthafte Anwendungen. Ein Start-up aus Wien bringt Smartphones beispielsweise das Erkennen und Lesen von Texten bei. „Anyline“ heißt das Unternehmen, das seit 2013 existiert. Die Technik, Optical Character Recogition (OCR) genannt, gibt es bereits seit den Neunzigerjahren. Sie macht es möglich, Zahlen und Wörter zu scannen und in digitale Ziffern und Buchstaben zu verwandeln. Auf mobilen Geräten eröffnet sie neue Möglichkeiten.

Mit der von dem Start-up modifizierten Technik lassen sich zum Beispiel Verbrauchszahlen von Gas-, Wasser- und Stromzählern mit dem Smartphone erfassen, um den Verbrauch zu überwachen und die Daten an den Anbieter zu schicken. Außerdem lassen sich Daten von Blutzucker-Messgeräten einlesen und in eine App zur Dokumentation übertragen.

Beliebt ist auch ein Barcode-Scanner, um die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln beim Einkauf zu identifizieren. Oder einen Code auf einem Kronkorken, mit dem an einem Gewinnspiel eines Getränkeherstellers teilgenommen werden kann.

Lukas Kinigadner, Chef und Gründer von Anyline erklärt: „Unsere Kerntechnologie ist ein Software Development Kit, das in mobile Apps eingebaut werden kann, um das Einlesen von Buchstaben, Nummern und Zeichen über die Kamera der Devices zu ermöglichen.“ Damit bekommen Softwareentwickler ein Werkzeug in die Hand, um eigene Applikationen mit OCR entwickeln zu können.

Die Erkennungstechnik soll in Zukunft nicht nur auf Smartphones, sondern auch auf Smartglasses funktionieren. Der erste Prototyp für Epson wurde bereits gebaut, weitere Partnerschaften sind geschlossen. Mit smarten Brillen, die einen kleinen Bildschirm besitzen, auf dem nur für das Auge des Trägers sichtbare Informationen eingeblendet werden, könnten sich bald ganze Branchen verändern: Techniker auf einer Ölplattform könnten mit Smartglasses angezeigt bekommen, ob sie das richtige Ersatzteil einbauen. Und die Mitarbeiter eines Ordnungsamtes können mit Smartglasses KFZ-Kennzeichen scannen und feststellen, für welche Autos Parkgebühren bezahlt wurde. Schon heute arbeiten Mitarbeiter von DHL im Logistikzentrum mit smarten Brillen, die dabei helfen, schneller das richtige Paket zu finden.


> Weitere Informationen und der Link zu einer Demo-App: www.anyline.io



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