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Netzwelt

07. Dezember 2016 | 19:28 Uhr

Betrug im Internet : Enttäuschte Online-Liebe: Kriminelle Herzensbrecher aktiv

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Kriminalpräventive Sekretariat im dänischen Esbjerg warnt vor Betrügern im Internet: Sie gaukeln Liebe vor, wollen aber Geld.

Esbjerg | Sie verschicken persönliche Fotos, erzählen von ihrem Alltag. Doch das ist nur eine Masche: Die Polizei für Süddänemark und Nordschleswig warnt eindringlich vor Betrügern, die über Online-Bekanntschaften Geld erschwindeln. „Diese Menschen machen die Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschen zu Geld. Die Scham, so dumm gewesen zu sein, tut danach manchmal noch mehr weh als das verlorene Geld. Zum finanziellen Verlust kommt ein gebrochenes Herz“, sagt Christian Østergård, Spezialberater im Kriminalpräventiven Sekretariat der Polizeizentrale in Esbjerg.

Im Internet sind immer mehr Betrüger unterwegs, dahinter steckt eine ganze Industrie. Viele Menschen lassen sich täuschen.

Østergård ist der Masche der Betrüger auf der Spur. „Oft läuft es über eine Freundschaftsanfrage bei Facebook. Oder eine persönliche Mail„, sagt der Berater. „Männer werden von gut aussehenden Frauen kontaktiert. Das Profilbild sieht gut aus, man nimmt die Anfrage an und tritt in Kontakt“, weiß Østergård. „Dadurch entsteht eine persönliche Beziehung. Manche verlieben sich in die Online-Partner, die übrigens richtig gut sind, vom eigenen Leben und dem Alltag zu erzählen. Manche führen parallel über Wochen Gesprächsverläufe mit mehreren Personen. So entsteht der Eindruck, dass man den anderen kennt“, sagt Østergård. 

Auch in Nordschleswig und Süddänemark lassen sich Menschen von dieser Masche täuschen. „Wenn erstmal eine persönliche Beziehung hergestellt ist, kommt dann das Geld ins Spiel“, sagt Østergård. „Manche behaupten, die Mutter sei schwer krank, oder man brauche Geld für die Reise nach Dänemark, um sich endlich einmal treffen zu können.“ Kürzlich gab es laut Østergård im Landesteil zwei Fälle, in denen mehrmals bis zu 40.000 Kronen über Western Union an fremde Frauen verschickt wurden. Das Geld werde „viel zu gutgläubig“ geschickt. „Dabei weiß man gar nicht, wer sich hinter dem Namen und dem Profil verbirgt. Bestimmt nicht die Person auf dem Foto!“, warnt Østergård.

Eine ebenfalls miese Masche ist es, dass anzügliche Fotos den Besitzer wechseln. Daraufhin kommt es dann zur Erpressung, man fordert Geld, ansonsten würden die Fotos veröffentlicht. Østergårds Rat: „Nie, nie, nie einem Menschen Geld überweisen oder jemandem intime Fotos schicken, den man noch nie getroffen hat. Und auch wenn ein Treffen oder ein Telefonat stattgefunden hat, sollte immer eine gesunde Skepsis bleiben.“

Der Experte für Online-Kriminalität weiß: Die Scham über die eigene Gutgläubigkeit, der Schmerz über die vorgetäuschte Liebesbeziehung und der Verlust hoher Geldsummen können schwer treffen. „Die Dunkelziffer ist enorm hoch. Aber wir bitten alle, denen es passiert ist, sich bei uns zu melden“, sagt Østergård. „Das Geld wird nicht mehr zu retten sein. Aber wir können die Fälle aufnehmen, und nicht zuletzt werden andere gewarnt, sich nicht so naiv zu verhalten“, so Østergård.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 13:23 Uhr

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